Sport : Kampfgeist siegt

Alba Berlin bezwingt Leverkusen 85:75 und steht vor dem Halbfinal-Einzug

Helen Ruwald

Berlin. Zuerst entrollten die Basketballfans der Bayer Giants Leverkusen ein Transparent, auf dem sie ihrem Star Denis Wucherer zum Geburtstag gratulierten. Das zweite Plakat war weniger freundlich: „Entsorgt sie“ stand darauf in Anspielung auf das Recycling-Unternehmen Alba, Sponsor und Namensgeber ihres Berliner Konkurrenten. Doch der Deutsche Meister Alba Berlin ließ sich im dritten Play-off-Viertelfinalspiel nicht irritieren. Er gewann die von vielen Ballverlusten und Nervosität geprägte Partie in der Max-Schmeling-Halle 85:75 (40:37) und führt in der Serie nach dem Modus Best of five nun 2:1. Das vierte Spiel findet am Sonntag in Leverkusen statt. Gewinnen die Berliner, stehen sie im Halbfinale. Beste Berliner Werfer waren gestern Jovo Stanojevic (25 Punkte/10 Rebounds) und Stefano Garris (16/9).

Nach dem schwachen Auftritt bei der Niederlage in Leverkusen hatten die Alba-Spieler selbst von mangelndem Einsatz und fehlendem „inneren Feuer“ gesprochen. Kotrainer Burkhardt Prigge drückte es in der Hallenzeitung so aus: „Ich glaube, dass wir mehr Respekt vor dem Gegner haben müssen. Wir müssen ihn bekämpfen wollen und nicht denken: Wir sind sowieso besser.“ Gestern überzeugte Alba in kämpferischer Hinsicht. Marko Pesic saß wegen einer Fußverletzung zunächst auf der Bank, für ihn spielte Garris von Anfang an. Er erzielte die ersten fünf Punkte für Alba zum 5:2, darunter den einzigen erfolgreichen Dreipunktewurf seines Teams in der ersten Halbzeit bei acht Versuchen.

Nach dem ersten Viertel lag Alba 18:20 zurück, später sogar 26:32. Doch Alba kippte mit einer 12:1-Serie das Spiel. Zudem hatten die Berliner die Leverkusener Wucherer, Demond Greene und Ajmal Basit gut im Griff, die in den ersten beiden Partien 120 der 192 Leverkusener Punkte erzielt hatten. Bis zur Pause kam das Trio gestern nur auf elf Zähler – zusammen, im gesamten Spiel auf 31. Leverkusen wurde nervös, verwarf Freiwurf um Freiwurf. Alba führte zur Halbzeit 40:37.

In der zweiten Halbzeit brachte Greene, der nach der Pause noch 17 Punkte machte, sein Team zwar wieder in Führung, doch Alba reagierte mit zwei Dreipunktewürfen von Garris und Mithat Demirel. Als kurz darauf Center Szymon Szewczyk den Ball nach einem Rebound per Dunking zum 54:49 in den Korb stopfte, tobten die Berliner unter den 7887 Zuschauern und trieben ihr Team mit Trommelwirbel weiter nach vorn. Nachdem kurz darauf Stanojevic gepunktet hatte, riss er, auf dem Rücken liegend, erleichtert beide Arme hoch. Mit einem 68:55-Vorsprung ging Alba ins letzte Viertel, Leverkusen hatte den Berlinern nicht mehr viel entgegenzusetzen. Das Transparent „Entsorgt sie“ blieb eingerollt.

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