Sport : Kantige Eleganz

Armin Lehmann

sagt, warum eine funktionierende Viererkette sexy ist Die meisten neutralen Beobachter in Gelsenkirchen haben am Mittwoch beim Finale der Champions League lange Zeit gegähnt. Sie sehnten sich heimlich nach den ganz großen Klubs, nach Madrid, Manchester, Arsenal und, ja, auch nach den Bayern. Jetzt wollen es alle schon vorher gewusst haben, dass das kein schöner Fußball hätte werden können zwischen Porto und Monaco.

Aber das am Mittwochabend war, verdammt noch mal, schöner Fußball! Ist das nichts, wenn ein Team wie der FC Porto so perfekt funktioniert, ohne dass die Einzelkönner wirklich herausragend sind? Was wollen wir denn mit all dem schönen Hackenzauber von Zinedine Zidane, wenn die Räume nach hinten offen bleiben? Was hilft denn der schönste Pass von David Beckham, wenn der Gegenspieler schneller kontert als der Galaktische Freistöße schießt? Hat denn am Mittwoch niemand diese wunderbare Linie gesehen, blau-weiß gestreift, bestehend aus vier Personen, die so akribisch Ordnung hielten vor dem eigenen Strafraum, die sich im Gleichschritt nach vorne bewegten, im blinden Verständnis, und Monacos Stürmer ins Abseits manövrierten? Wollte Monaco durch die Mitte, war die Einfahrt schnell zu, berannten die Franzosen das Tor über außen, waren die Flügeltüren versperrt. So eine Festung macht doch Eindruck, mit tollen Türmen und kantiger Eleganz.

Wenn also für die Portugiesen diese Ordnung der halbe Sieg ist und ihr junger Trainer sagt, das sei im Rahmen der Möglichkeiten moderner Fußball – was kann uns Deutschen dann noch passieren?

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