Sport : Kanurennsport: Paddeln, bis es Gold wird

Auch ohne Birgit Fischer haben die deutschen Kanuten bei den Europameisterschaften in Mailand für eine Medaillenflut gesorgt. Überragender Mann des deutschen Aufgebots, das mit sechs Titeln, drei Silber- und fünf Bronzemedaillen seine Ausnahmestellung in der Weltspitze festigte, war der Berliner Ronald Rauhe. Der 19-Jährige gewann mit Tim Wieskötter (Potsdam) die Zweier über 200 und 500 m und setzte sich im Sprint-Einer durch.

Auch wenn noch nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gingen, dürfte die Erfolgsbilanz dem gesamten Team Rückenwind für die Weltmeisterschaften Ende August in Posen verleihen. Doch Cheftrainer Josef Capousek sieht dem Saisonhöhepunkt mit gemischten Gefühlen entgegen: "Auf der einen Seite sind da die zu diesem Zeitpunkt doch sehr guten Resultate, andererseits müssen wir jetzt sehen, wie wir diese Form noch vier Wochen konservieren."

Glanzvoll in Szene setzten sich vor allem auch bisherige Leistungsträger wie Andreas Dittmer (Neubrandenburg) im Canadier-Einer. Seinem Überraschungscoup vom Samstag über 1000 m fügte er am Tag darauf noch die Silbermedaille über 500 m hinzu, wobei er das Gold nur um 12/100 verpasste. Seinen Medaillensatz komplettierte der Mecklenburger durch Bronze im Sprint. "Mann, habe ich den verarscht", waren seine ersten Worte nach seinem Sieg. Rund 950 m hatte György Kolonics das Feld angeführt, ehe der unwiderstehliche Schlussspurt von Dittmer dem Ungarn noch den sicher geglaubten Titel entriss. Dittmer gab später zu, nie an den Sieg gedacht zu haben, weil er sich nach dem vielen Training der letzten Wochen doch "saumies" gefühlt habe.

Ronald Rauhe haderte mit sich trotz der tollen Serie. "Das war mit Sicherheit eins unserer schlechteren Rennen", sagte er nach dem 500-m-Kampf. "In Posen wird der Abstand hoffentlich wieder größer", stimmte auch sein Partner Tim Wieskötter ein. Innerhalb von nur 40 Minuten gewann Rauhe dann am Nachmittag zwei weitere Goldmedaillen. Der 200-m-Doppelstart in Einer und Zweier kann mit Blick auf die WM als gelungenes Experiment angesehen werden. "Entscheidend ist der 500-m-Titel, die Sprints sind im Prinzip Beigabe", sagte Rauhe.

Vier Medaillen holte Katrin Wagner (Potsdam), die in allen drei Einer-Booten Bronze gewann. Im Vierer zeigte Ungarn den zweitplatzierten Deutschen die Grenzen auf. Den einzigen Titel bei den Frauen gewannen Manuela Mucke und Nadine Opgen-Rhein (Potsdam/Essen) über 1000 m.

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