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Karlsruhe - Union 2:0 : Union tut zu wenig für den Sieg

Der 1. FC Union Berlin verliert eine Woche nach der 0:4-Heimniederlage gegen Frankfurt auch beim Abstiegskandidaten Karlsruher SC, weil er nur nur die Latte trifft und zu wenig kämpft.

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Abgedrängt: Gegen Karlsruhe konnten die Berliner um Patrick Kohlmann sich nicht durchsetzen. Foto: dapd
Abgedrängt: Gegen Karlsruhe konnten die Berliner um Patrick Kohlmann sich nicht durchsetzen.Foto: dapd

Christopher Quiring ist noch im Aufbautraining. Doch der Mittelfeldspieler des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin reiste dennoch zum Auswärtsspiel seiner Mannschaft zum abstiegsbedrohten Karlsruher SC mit. Von der Zuschauertribüne aus musste der 21-Jährige aber beobachten, wie Union durch die 0:2 (0:1)-Niederlage zum siebten Mal in dieser Spielzeit auswärts verlor.

„Der KSC hat es mit guter Ordnung und absoluter Leidenschaft geschafft, den Sieg für sich zu verbuchen. Das war zumindest in der ersten Halbzeit der große Unterschied. Bei uns ging es nicht um die Existenz“, sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus hinterher leicht pikiert von der Leistung seines eigenen Teams. „Erst während des Spiels haben wir versucht, von 80, 90 Prozent auf 100 Prozent umzuschalten. Es gelingt aber den allerwenigsten, das zu korrigieren. Das werfe ich meiner Mannschaft vor. Erst in der zweiten Halbzeit hat sie alles versucht“, analysierte der Trainer.

Vor 14 588 Zuschauern legte Union einen sogar recht guten Start hin. Simon Terodde, derzeit der auffälligste Angreifer der Berliner, traf die Latte. „Das war ein guter Startschuss für uns. Aber dann war jede Standardsituation der Karlsruher gefährlich. Damit baut man den Gegner auf“, sagte Terodde.

Mit dem Mut der Verzweiflung und den Anweisungen des neuen Trainers Markus Kauczinski bot der KSC die kämpferische Einstellung, die man von einem Abstiegskandidaten erwarten kann. Und gleich mit ihrer ersten Gelegenheit gingen die Badener nach 13 Minuten mit 1:0 in Führung. Christian Timm lief Christian Stuff davon und drosch die Kugel in die rechte obere Torecke.

Obwohl Patrick Zoundi und Terodde Ausgleichschancen besaßen, ging der Sportklub auch verdient mit dieser knappen Führung in die Pause.

Union wollte sich im zweiten Abschnitt aufrappeln. Schon einige Minuten vor dem Wiederanpfiff standen sie wieder auf dem Rasen, noch ehe die Hausherren auf den Platz zurückkehrten. Das sollte zwar ein deutliches Signal an den Gegner sein, doch blieb es zunächst bei der Symbolik. Erst in der letzten halben Stunde machte Union richtig Druck, nachdem Torschütze Timm die große Möglichkeit zur Vorentscheidung ausgelassen hatte. Doch Terodde und Zoundi brachten den in dieser Phase durchaus verdienten Ausgleich einfach nicht zustande.

Großes Pech hatte Zoundi, dessen Schuss von Ionut Rada mit einem spektakulären Rettungsschuss an den eigenen Pfosten befördert wurde. Mit dem 2:0 durch den eingewechselten KSC-Angreifer Klemen Lavric nach 84 Minuten hatte sich die Hoffnung auf einen Auswärtspunkt erledigt.

„Karlsruhe hat um sein Leben gekämpft und wir nicht“, gestand Union-Verteidiger Marc Pfertzel ein. „Mich ärgert es maßlos, dass in der ersten Halbzeit ein Schlendrian drin war. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen und fragen, ob alles drin war.“ Vor dem nächsten Heimspiel am Donnerstag gegen Erzgebirge Aue wird sich die Mannschaft weitere Kritik anhören müssen.

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