Sport : Kein Eintritt für Doping-Trainer

Leichtathletik-Verband will auch Beihelfer bestrafen

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Düsseldorf (dpa). Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) will die in den aktuellen Doping-Skandal verwickelten Trainer nicht ungestraft davon kommen lassen. „Wenn es erwiesen ist, dass sie zur Einnahme unerlaubter Substanzen angestiftet haben, muss man darüber nachdenken, auch die Trainer anzuklagen“, sagte IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai. Explizite Strafen gegen Beihelfer von Doping sind im IAAF-Regelwerk nicht enthalten. Nach Gyulais Vorstellung könnten die betreffenden Trainer jedoch durch die Verweigerung der Akkreditierung für Leichtathletik-Titelkämpfe und -Großereignisse ausgeschlossen werden.

Bisher sind sechs US-Athleten identifiziert worden, die positiv auf das Stimulanzmittel Modafinil getestet wurden; bei vier US-Sportlern ist in den A-Proben das Steroid Tetrahydrogestrinone (THG) aufgetaucht. Mehrere dieser Athleten werden von dem in der Ukraine geborenen Trainer Korchemy betreut. In diesem Zusammenhang hat Athleten-Manager Robert Wagner, der die drei positiv auf Modafinil getesteten Topläufer Kelli White, Chryste Gaines und Sandra Glover vermarktet, der IAAF berichtet, von Korchemy bei der WM eine Modafinil-Tablette gegen Schlafstörungen erhalten zu haben.

Nun will das Internationale Olympische Komitee (IOC) prüfen, ob eine Untersuchung von Dopingproben der Olympischen Winterspiele 2002 auf THG noch möglich sind. Das sagte der medizinische Direktor des IOC, Patrick Schamasch. Unterdessen warnte der Kölner Doping-Fahnder Schänzer vor Auswirkungen der Genforschung auf den Sport. „Es gibt ein Gen, das Muskelwachstum kontrolliert“, sagte er dem „Stern“.

In Italien kann der Sportmediziner Francesco Conconi in seinem Doping-Prozess in Ferrara auf einen Freispruch hoffen. Richterin Franca Oliva beschloss, auf Zeugenvernehmungen zu verzichten. Außerdem muss sich Conconi, dem jahrelanges systematisches Blutdoping von Radprofis wie Marco Pantani, Claudio Chiappucci, Gianni Bugno und Bjarne Riis vorgeworfen wird, nur noch wegen Sportbetrugs verantworten.

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