Sport : Kein Markt für Zauberhände

Nach drei Niederlagen in Folge tritt Alba heute in Ludwigsburg an – schnelle Transfers soll es nicht geben

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Form und Ball hinterherlaufen. Marko Marinovic und seine Mitspieler bei Alba haben zuletzt in Eurocup, Liga und Pokal dreimal in Folge verloren.Foto: Napierski
Form und Ball hinterherlaufen. Marko Marinovic und seine Mitspieler bei Alba haben zuletzt in Eurocup, Liga und Pokal dreimal in...Foto: Thiemo Napierski

Berlin - Marco Baldi glaubt nicht an Wunder. „Wir waren uns darüber im Klaren, dass ein Trainerwechsel nicht sofort wie von Zauberhand alles Potenzial wachküssen würde“, sagt Albas Geschäftsführer. Dass die Berliner Basketballer nach zwei Siegen unter dem neuen Coach Muli Katzurin aber dreimal in Folge verlieren würden, hatte wohl auch Baldi nicht erwartet. Bei der Pokal-Niederlage in Quakenbrück am Mittwoch zeigte Katzurins Team altbekannte Schwächen: Alba holte 15 Rebounds weniger als der Gegner und fand kein Mittel gegen Quakenbrücks Spielmacher Tyrese Rice, der 21 Punkte erzielte und die Schlussphase dominierte. Die Berliner Aufbauspieler hingegen saßen überwiegend auf der Bank. Baldi sieht trotzdem keinen Grund, die Mannschaft unbedingt verstärken zu müssen. „Nachverpflichtungen sind eine Option“, sagt der 48-Jährige zwar vor dem heutigen Bundesligaspiel in Ludwigsburg. „Wir suchen aber nicht nach einer bestimmten Position oder einem bestimmten Spieler.“

In der kommenden Woche muss sich Baldi erst einmal mit dem entlassenen Spielmacher Hollis Price und dessen Agenten auf die Modalitäten der Vertragsauflösung einigen. Heute fliegt der Manager mit nach Ludwigsburg, beim Tabellenzehnten wollen sich die Berliner ab 19.30 Uhr das Selbstvertrauen zurückholen, das sie zuletzt eingebüßt haben. „Wenn man Erfolgserlebnisse hat, ist auch die Überzeugung da“, sagt Baldi. Albas Profis mangelt es noch an Vertrauen in Katzurins System – ein Gefühl, dass anscheinend auf Gegenseitigkeit beruht. Der Israeli überraschte bislang mit unkonventionellen Wechselstrategien, in Quakenbrück verzichtete er in der zweiten Hälfte fast völlig auf seine beiden Spielmacher Heiko Schaffartzik und Marko Marinovic. „Muli will testen, wie bestimmte Formationen auf bestimmte Phasen im Spiel reagieren“, sagt Baldi. „Das ist der Umbruch. Es war klar, dass das nicht geräuschlos über die Bühne gehen würde.“

Personelle Veränderungen soll es nur geben, wenn das Gesamtpaket stimmt. „Es gibt gewisse Punkte, wo man ansetzen könnte: Rebounds, Spielkontrolle, Stärken im Eins-gegen-Eins“, sagt Baldi. „Es bringt uns allerdings nicht weiter, wenn uns einer in der Verteidigung hilft und jeden Rebound runterpflückt, aber sonst nichts kann. Wir sind nicht im Handball, wo man Spieler bei Ballbesitz ein- oder auswechseln kann.“ Das Angebot an verfügbaren Spielern sei an diesem Punkt der Saison „sehr, sehr reduziert“, mit plötzlichen „riesigen Bewegungen“ auf dem Markt könne man nicht rechnen.

„Wir wären sowieso komplett auf dem Holzweg, wenn wir glauben würden, ein neuer Spieler würde uns sofort auf das nächste Level heben“, sagt Baldi. „Denn eins ist klar: Nowitzki wird es nicht sein.“ Wunder sind eben nicht zu erwarten.

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