Sport : Kevin Kuranyi

Wie der Nationalstürmer gegen Wolfsburg spielte

Richard Leipold

Sein Comeback begann mit einem Volltreffer. Schon in der siebten Minute wuchtete Kevin Kuranyi eine Flanke von Zlatan Bajramovic mit dem Kopf zum 1:0 ins Netz. So ging es los für Kuranyi, so ging es los für den FC Schalke 04. Doch das frühe Tor, das sich jeder Fußballspieler nach einer Verletzung nur wünschen kann, wirkte wie ein Fluch der guten Tat. Schalke wusste mit dem Vorsprung nichts anzufangen. Es reichte gegen den Abstiegskandidaten aus Wolfsburg nur zu einem 2:2.

Schon zwei Tage vor der Partie hatte Mirko Slomka, der Cheftrainer des FC Schalke, keinen Zweifel daran gelassen, dass er Kuranyi erstmals wieder einsetzen werde: „Vielleicht sollte jeder mal ein paar Tage bei Christos Papadopoulos trainieren. Kevin macht einen deutlich explosiveren Eindruck als vor seiner Verletzung.“ Schalkes Konditions- und Rehatrainer hatte Kuranyi nach dessen Meniskusoperation mit einem wirkungsvollen Aufbauprogramm auf die Sprünge geholfen.

Während die Schalker enttäuscht waren über das Ergebnis, fühlte sich der Rückkehrer wenigstens ein bisschen wie ein Gewinner, als er in der 63. Minute sein Tagwerk beendete. Da seine Mitspieler ihm keinen weiteren Ball aufgelegt hatten, verließ Kuranyi den Rasen in der Gewissheit, seine Chancen zu hundert Prozent genutzt zu haben. Danach dankte er den Medizinern, die ihn rasch wieder fit gemacht hatten: „Der Eingriff ist gut gelungen, die harte Arbeit in der Reha habe sich ausgezahlt.“ Das Einzige, was ihm zum gelungenen Comeback fehlte, war der fest eingeplante Sieg.

Statt seinen Treffer als Startschuss zu verstehen, wurden die Kollegen in Königsblau nach dem 1:0 lethargisch; sie unternahmen den untauglichen Versuch, den Gegner mit geringstem Aufwand auf Distanz zu halten. Unabhängig von seiner Krankengeschichte ist Kuranyi nicht die Persönlichkeit, die einer Mannschaft auf dem Platz so etwas austreibt. Nach seinem Tor passte er sich dem Niveau seiner Kollegen an und agierte unauffällig. Immerhin, das Tor blieb für den Nationalspieler die gute Nachricht des Tages.

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