Sport : Knabber-Mario und andere Beißreflexe (Glosse)

Benedikt Voigt<p>Nachspiel

Was ist in den vergangenen Tagen nicht alles geschrieben worden über Fußball-Fans und ihr Verhältnis zu den "Scheiß-Millionarios", wie Dortmunder Anhänger ihre ehemaligen Lieblinge seit neuestem anreden. Dabei vergaßen die Experten zu erwähnen, dass es einen Sportsfreund gibt, der zwar ebenfalls viel Geld verdient, aber im Gegensatz zu den Dortmunder Profis immer etwas zu bieten hat: Millio-Mario. Mario Basler glänzt beim 1. FC Kaiserslautern regelmäßig in seiner Rolle als Ober-Kasper der Liga. Vor Eckstößen wirft er die Arme hoch, um die Zuschauer zur Welle zu animieren, nach Spielschluss sorgen seine Witzchen für Erheiterung beim Fernsehpublikum. Die Fans danken ihm die Clownereien auf ihre Art. Sie werfen Brezeln.

Ein solches Backwerk fand Mario Basler an der Eckfahne im Hamburger Volksparkstadion, als er eine Ecke ausführen wollte. Basler hob die Brezel auf und knabberte daran. Warum er das tat, ist nicht restlos geklärt. Dass Basler Hunger verspürte, weil er sich zuvor verausgabte, kann ausgeschlossen werden. Nein, die Ursachen müssen in seiner Zeit beim FC Bayern München liegen. Dort hält Oliver Kahn vielleicht deshalb so gut, weil er nach Spielschluss die Bananen verzehrt, die in seinen Torraum geworfen wurden. Oder ist es ein Beißreflex, den sich Basler in Münchner Brauhäusern mühevoll antrainierte? Dort kommt eine Brezel nicht alleine, sondern in Verbindung mit einem kühlem Weißbier. Vielleicht warf Basler sein Knabberstück deshalb so schnell wieder fort. Es fehlte das Getränk. Damit die Fans nun nicht auf dumme Ideen kommen, sei hinzugefügt: Bitte nicht mit Weißbiergläsern werfen. Wegen der Verletzungsgefahr, sogar bei Mario Basler.

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