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Köln gegen Mainz : Spielabsage wegen Selbstmordversuchs

Laut Polizeiangaben soll der deutsche Fußball-Schiedsrichter Babak Rafati einen Selbstmordversuch unternommen haben. Das Spiel Köln gegen Mainz, was er am heutigen Nachmittag leiten sollte, wurde abgesagt.

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Schiedsrichter Babak Rafati.
Schiedsrichter Babak Rafati.Foto: dpa

Das für Samstagnachmittag geplante Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln gegen den FSV Mainz 05 ist abgesagt worden, weil Schiedsrichter Babak Rafati einen Selbstmordversuch unternommen hat. Das bestätigte die Polizeidirektion Hannover unter Berufung auf Kölner Kollegen. Mehrere Medien berichten, Rafati sei mit aufgeschnittenen Pulsadern in einem Kölner Hotel gefunden worden.

"In der Kürze der Zeit konnte kein Ersatzmann kommen. Wir können keine weiteren Angaben machen", sagte FC-Pressesprecher Tobias Schmidt. Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann erklärte, er könne keine weiteren Fakten nennen. Rafati gehört nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seit 1997 zum DFB-Kader und hat seit 2005 bereits mehr als 100 Bundesligaspiele geleitet. Seit 2008 steht Rafati auch auf der Liste des Fußball-Weltverbandes FIFA. Im September 2011 gab der DFB allerdings an, dass Rafati ab 2012 nicht mehr auf der Liste der FIFA-Schiedsrichter stehen wird. Für den 41-Jährigen sollte ein jüngerer Schiedsrichter nachrücken. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit wir weiterhin mit unseren Schiedsrichtern auf internationalem Topniveau stark vertreten bleiben. Nur wenn wir frühzeitig unsere talentiertesten Leute in die Verantwortung nehmen, sichern wir langfristig unsere Präsenz und den ausgezeichneten Ruf, den unsere Schiedsrichter in der Welt genießen”, sagte Herbert Fandel.

Der Trainer von Hannover 96, Mirko Slomka, zeigte sich vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg geschockt und sagte im TV-Sender „Sky“: "Ich bin nicht über Einzelheiten im Detail informiert. Ich bin sehr geschockt, zumal Babak Rafati Hannoveraner ist und ich ihn sehr gut kenne." Werde ein Spiel abgesagt, müsse etwas Dramatisches vorgefallen seien. In Kölns selbst spricht man wiederum von einem schlimmen Unfall. "Es gibt noch keinen Nachholtermin. Wir sind informiert worden, dass der leitende Schiedsrichter ausgefallen ist", sagte Horstmann und fügte hinzu: "Die spielleitende Schiedsrichterstelle hatte versucht, noch ein Gespann zu organisieren, doch es war fraglich, ob das noch möglich war." Die Entscheidung sei auf Ebene der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des DFB entschieden worden. Dies bestätige auch Kölns Sportdirektor Volker Finke auf einer schnell einberaumten Pressekonferenz im Stadion. Finke sagte: "Zwischen 14.00 und 14.15 Uhr haben wir die Nachricht erhalten, dass es einen Unfall des Schiedsrichters gab. Dass das Spiel nicht stattfinden kann, ist der Situation angemessen und richtig. Dies ist eine Entscheidung der Instanz über uns, beide Vereine aber waren bei der Abstimmung dabei." Finke erklärte zudem, dass das Spiel auf keinen Fall in dieser Woche stattfinden wird.

Laut dem Fernsehsender "Sky" wurde Rafati mit aufgeschnittenen Pulsadern aufgefunden. Der Fernsehsender "n-tv" berichtet zudem, dass Rafati wiederbelebt wurde. Seine Schiedsrichter-Kollegen sahen sich laut news.de nicht in der Lage, die Leitung der Begegnung zu übernehmen. Rafati hatte sein Bundesliga-Debüt vor sechs Jahren gegeben - bei der Partie Köln gegen Mainz. (dapd/dpa/sid/Tsp)

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