Köln - Stuttgart 1:3 : Stuttgart steht wieder auf

Der VfB gewinnt 3:1 bei schwachen Kölnern und zeigt den "anderen Geist", den Sportchef Fredi Bobic nach dem 2:4 gegen Kaiserslautern gefordert hatte. Bei den "Geißböcken" wird "gemeckert" - und nach sieben Heimsiegen wieder verloren.

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Stuttgarts Kuzmanovic jubelt, Prinz Poldi grummelt.
Stuttgarts Kuzmanovic jubelt, Prinz Poldi grummelt.Foto: dpa

Anzusehen ist Bruno Labbadia der Stress des andauernden Klassenkampfes nicht, schon gar nicht nach dem 3:1(0:0)-Erfolg seiner Stuttgarter beim 1. FC Köln. Der VfB-Coach ist gut gebräunt, im dunkelblauen Klubanzug steht er da wie aus dem Ei gepellt, doch dann spricht er über den Traineralltag im proppenvollen Tabellenkeller des Frühjahrs 2011. „Das ist ein unglaublich anstrengender Abstiegskampf. Weil da so viel Druck dahinter steckt, gerade für die größeren Vereine“, sagt Labbadia, dessen Team neben Wolfsburg und Bremen zu den unerwarteten Gästen in den Niederungen der Liga zählt. Labbadia sagt: „Um die vorderen Plätze zu spielen, ist dagegen Kindergeburtstag. Das fühlst du.“

Die Last des Daseins ist für die Schwaben seit dem Samstagsbesuch bei den Rheinländern aber trotzdem etwas gelindert. Abstiegs- und Relegationsplatz sind nach dem Auswärtssieg und dem gleichzeitigen Remis zwischen Wolfsburg und St. Pauli nicht mehr nur zwei, sondern vier Punkte entfernt. Vier Runden vor Schluss und das kommende Heimspiel gegen den instabilen Hamburger SV vor Augen, löst diese Ausgangslage bei Martin Harnik zumindest vorsichtige Entspannung aus. „Wir haben uns ein kleines Polster geschaffen - und das wollen wir jetzt ausbauen“, sagt er.

Eine Selbstverständlichkeit war der Sieg über die Kölner aber keineswegs. Das trübe Gekicke zwischen den gehemmten Gastgebern und dem zunächst verunsicherten VfB war vor der Pause kaum anzusehen. Die einzigen Chancen in der niveauarmen ersten Hälfte vergaben Christian Clemens für Köln und der erstmals seit sechs Wochen in der Stuttgarter Startelf stehende Mittelstürmer Cacau. Erst nach der Pause ging es konstruktiver zu. Christian Träsch traf aus 23 Metern in den Winkel. Und nach einem Ballverlust von Kölns Petit hatte Harnik die Führung nur zwei Minuten später auf 2:0 ausgebaut, ehe Peter Sippel seinen Teil zur Stuttgarter Wiederbelebung leistete.

Nach einem an den Unterarm von FC-Verteidiger Geromel geschossenen Ball gab der Referee Handelfmeter, den Zdravko Kuzmanovic zum dritten Stuttgarter Treffer nutzte. FC-Angreifer Milivoje Novakovic traf zwar noch zum 1:3. Doch die Stuttgarter Fans durften am Ende singen – und der geplagte Fußballlehrer Labbadia feststellen: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen.“ Nämlich von ganz weit unten, vom Tabellenende.

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