Kolumne: Trio de Janeiro : Verwirrung auf dem Planeten Olympia

Ist es Chaos, die brasilianische Lässigkeit oder der Jetlag unseres Autors? Unser Autor fühlt sich in Rio jedenfalls wie auf einem anderen Planeten.

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Willkommen - auf dem Planeten Olympia.
Willkommen - auf dem Planeten Olympia.Foto: Michael Kappeler/dpa

Mir war schon klar, dass die Olympischen Spiele auf einem anderen Kontinent stattfinden – mit einem völlig fremden Planeten hatte ich aber nicht gerechnet. Ich bin zwar im Besitz einer Eintrittskarte für den Planeten Olympia, sie baumelt als Akkreditierung um meinen Hals. Die Regeln in dieser neuen Welt verstehe ich aber noch nicht.

Wieso rast der Shuttlebus ungehindert durch die ganze Stadt, um dann direkt vor dem Olympiagelände dreimal im Kreis zu fahren, bis er ein Stauende nach seinem Geschmack gefunden hat? Was bedeuten all die Abkürzungen wie DTH, OIAC oder FF&E? Wieso bewegt sich die eine Warteschlange vor dem Pressezentrum doppelt so schnell wie die daneben? Wieso muss der ehemalige US-Sprinter Michael Johnson neben mir auch fast eine Stunde anstehen, der hat doch vier Goldmedaillen gewonnen? Warum schickt mich ein Volunteer in die eine Richtung, damit mich sein Kollege wieder zurück zu meinem Ausgangspunkt lotst? Ist es eine gute Idee oder ein fataler Fehler, in einen Bus mit der Aufschrift „38 MTM x FTC“ einzusteigen?

Bestimmt ist der Jetlag daran schuld, dass ich hilflos durch Rio irre. Spätestens Freitagabend, nach der Eröffnungsfeier, werde ich alles durchschaut haben. Dann sause ich lässig an allen Kontrollpunkten vorbei und weise Neuankömmlingen auf meinemneuen Heimatplaneten weltmännisch den Weg: „Zum RMC wollt ihr? Okay, der TM ist gerade weg, ihr nehmt am besten DTH x MPC. Aber vergesst eure OIACs nicht, sonst kommt ihr nicht R-E-I-N!“

An dieser Stelle wechseln sich unsere drei Olympiareporter Lars Spannagel, Sven Goldmann und Christian Hönicke ab.

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