Sport : Kommentar: Der Ball ist globalisiert

Traurig, weil Borussia Dortmund ausgeschieden ist in der Champions League und Schalke 04 auch? Zerknirscht sogar, weil Deutschland schon mal besser Fußball gespielt hat als zurzeit? Macht aber eigentlich doch nichts, weil es auch ganz gut ist, dass wir nicht mehr so gut sind im Kicken. Weil nämlich niemand unsere Spieler haben will und sie niemand erst umständlich für Länderspiele von ihren ausländischen Klubs freibetteln muss. Man stelle sich das mal vor: Irgendso ein Verona BSC oder FCB Leeds würde unsere deutschen Nationalspieler nicht hergeben wollen für ein Länderspiel von Rudi Völler und der Nation. Da wären der Völler und die Nation wohl ganz schön stinkig auf Verona BSC und FCB Leeds.

Die Herren Marcelinho (Hertha BSC) und Giovane Elber (FCB München) sollen immer wieder für ihre Heimat Brasilien ran und stürmen. Vermutlich wollen sie das irgendwie auch, weil demnächst eine WM ansteht und er sich dafür empfehlen möchte. Nur dürfen tun sie nicht, was ja auch nur zu verständlich ist. Schließlich werden sie nicht von Brasilien bezahlt, sondern von Hertha BSC und dem FCB München, und deren Interessen decken sich nun mal nicht mit denen der brasilianischen Nationalmannschaft. Möglicherweise ließe sich ja über eine Freistellung reden, wenn wir in unseren Klubs selber genug gute Kicker hätten und nicht angewiesen wären auf die Künste der Marcelinhos und Elbers. Aber dem ist nicht so, und wenn dem so wäre, würden unsere Guten nicht hier spielen und wir hätten das Problem mit Verona BSC oder FCB Leeds. Ganz schön vertrackt der globalisierte Fußball. Besonders dann, wenn er an seine kleinstaatlichen Grenzen stößt.

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