Kommentar : Ein Rekord und eine Geschichte

Rekordmeister sind sie jetzt, die Eisbären. Diese Position haben sie sich in der vielleicht besten Finalserie überhaupt erkämpft. Und dahinter steckt viel Geschichte.

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Im Sport geht es um Zahlen. Um Höhen und Weiten, Ergebnisse und Zeiten. Wirkliche Emotionen aber vermögen nur die Geschichten dahinter zu erwecken. So wie in diesem Finale um die deutsche Eishockeymeisterschaft, bei dem sich vieles, was die Faszination des Sports ausmacht, auf erstaunliche Weise bündelte. Leidenschaft, Spannung und, ja, auch eine Rekordjagd. Die nach dem Chefposten in der Deutschen Eishockey-Liga.

Je fünf Titel hatten sich die Eisbären Berlin und die Adler Mannheim vor dieser Saison erspielt. Dass sich beide Klubs nun im Endspiel gegenüberstanden, ließ große bunte Zeitungen schon vorher vom „Duell der Giganten“ schwärmen. Und tatsächlich trug sich im Jahr 2012 auf dem Eis die wohl beste Finalserie zu, die diese Liga je erlebt hat. Beide Mannschaften kämpften so verbissen um den Silberpott, dass sich am Ende eine ganze lange Saison auf lediglich ein einziges Spiel konzentrierte.

60 Minuten Eishockey für einen Champion, der am Ende doch wieder EHC Eisbären heißt. Das klingt banaler als es ist. Die sechste Meisterschaft war für die Berliner zwar nicht die überraschendste – sie galten schon vorher als Favorit –, aber sie war vermutlich die schwierigste. Im vierten Finalspiel in Mannheim sah die Mannschaft von Trainer Don Jackson schon wie der sichere Verlierer aus. Doch obwohl wichtige Spieler fehlten, ist es den Eisbären mit ungeheurer Willens- und Mannschaftsstärke gelungen, die zähen Mannheimer zu besiegen – und sich damit in eine Position zu hieven, die vor zehn Jahren noch wie eine Fiktion klang.

Die Eisbären sind zum Vorzeigeklub der Liga und jetzt auch zum Rekordmeister aufgestiegen. Vom tiefsten Hohenschönhausen aus haben sie sich bis ganz nach oben gearbeitet. Das ist so eine Geschichte, die Empathie schafft. Eine, von der Sport lebt.

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