Kommentar : Fußball zum Mittagessen

Mathias Klappenbach über den Bundesligaspieltag der Zukunft.

Mathias Klappenbach

Sicher gibt es sportliche Argumente für die Überlegungen der Deutschen Fußball-Liga, ein drittes Spiel der Bundesliga am Sonntag stattfinden zu lassen. Der Zeitraum zwischen einem Auswärtsspiel im Uefa-Cup am Donnerstagabend und Samstagnachmittag ist knapp bemessen. Die Aufregung der Klubs darüber ist aber übertrieben, von großer Wettbewerbsverzerrung kann bei Profifußballern nicht die Rede sein.

Das Anliegen besteht wohl eher darin, die Zuschauer daran zu gewöhnen, dass der Spieltag in Zukunft stärker in Etappen aufgeteilt sein wird. Die in der internationalen Wahrnehmung eher kleine Bundesliga will sich endlich besser auf dem riesigen asiatischen Markt positionieren, deshalb wird von mindestens einem Spiel geredet, das mittags ausgetragen werden soll, wahrscheinlich am Sonntag. Zunächst, in der kommenden Saison, würde ein drittes Sonntagsspiel aber wie die anderen beiden um 17 Uhr laufen. Das wäre ein erster kleiner Schritt zum Spieltag der Zukunft, für den sich der Bezahlsender Premiere natürlich offen zeigt. Er würde seine Exklusivität etwas weiter erhöhen, weil die Sonntagsspiele erst spätabends im Free-TV zu sehen sind.

Viel Aufregung darum dürfte es nicht geben. Schon länger ist die Kritik an der Entwertung des Samstags als zentralem Spieltag mit der zeitnahen Sportschau für alle verstummt. Stadionfans und Fernsehzuschauer sind an die Zwänge des Marktes gewöhnt. Die alten Reflexe werden nur noch einmal aufflackern: bei der Bekanntgabe des Spielplans für 2009.

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