Kommentar : Neue Mittel gegen Doping

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Nun ist der Anti-Doping-Kampf also Staatssache. Der Gesetzentwurf steht, und auch wenn er noch durchs Parlament muss und man im Detail diskutieren kann, wird hier der richtige Weg eingeschlagen. Dass der Sport das Problem allein nicht in den Griff bekommt, zeigt nicht zuletzt die chronische Unterfinanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Allein die deutlich umfangreicheren Fahndungsmöglichkeiten der Justiz würden den Kampf gegen den Sportbetrug hierzulande auf eine andere Ebene heben. Wohin die Dopingjagd mit staatlicher Unterstützung führen kann, hat der spektakuläre Sturz des Radsportlers Lance Armstrong in den USA gezeigt.

Zudem stärkt der Vorstoß der Bundesregierung die Sportler, die sauber bleiben wollen. Denn der Verweis auf die Eigenverantwortlichkeit der Athleten, wie ihn die Kritiker bemühen, ist zu kurz gedacht. Die meisten beginnen zu dopen, weil sie in einem Klima des permanenten Leistungsdrucks mindestens unterschwellig dazu gedrängt werden. Ein wichtiges Signal ist es daher, dass die Hintermänner, ob Dopingarzt oder Verbandsfunktionär, mit höheren Strafen rechnen müssen als die Sportler selbst.

Auch die Bundesregierung muss sich im Übrigen an ihren neuen Kriterien messen lasen. Das Innenministerium als größter Finanzier des Spitzensports wird bei den sogenannten Zielvereinbarungen für Olympiaathleten künftig noch stärker bedenken müssen, wie sich Medaillenwünsche mit dem Staatsziel des sauberen Sports in Einklang bringen lassen.

Gänzlich rein wird man den Sport aber auch mit dem Einsatz von Blaulicht und Handschellen nicht kriegen. Dafür werden die Kapazitäten der Allianz aus Justiz und Nada nicht reichen. Doch das Gesetz erhöht zumindest die Hemmschwelle in Deutschland. Doping wird vom Kavaliersdelikt zur Straftat – ein wichtiges Zeichen für diejenigen, die sauber bleiben wollen.

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