Kommentar : Rafael Nadal: Irgendwann, so nah …

Nach Rafael Nadals frühem Ausscheiden in Paris: Anke Myrrhe über Roger Federers einmalige Siegchance bei den French Open.

Anke Myrrhe

Irgendwann werde es passieren, hatte Rafael Nadal vor Beginn der French Open gemutmaßt. Irgendwann werde er auch in Paris einmal verlieren, wo der spanische Tennisstar seit seinem ersten Auftritt vor vier Jahren 31 Spiele hintereinander gewonnen hatte. Irgendwann folgte nur eine Woche später: Der Weltranglistenerste schied im Achtelfinale der French Open aus.

Das kann nur gut sein für das Pariser Sandplatzturnier, das Nadal scheinbar nach Belieben beherrschte. Voriges Jahr demontierte er Roger Federer im Finale in weniger als zwei Stunden. Jahrelange Langeweile drohte, nun aber ist das Feld so offen wie lange nicht. Offen vor allem für Federer, denn auch der Schweizer weiß um seine Chance. Es ist die einmalige Chance, seinen Namen aus der Liste jener Tennisgrößen auszuradieren, die nie in Paris gewonnen haben – wie Pete Sampras, Boris Becker oder Stefan Edberg. Wie groß der Druck auf Federer nun ist, zeigte sich im wackeligen Achtelfinale gegen Thomas Haas. Doch Federer bewies auch, dass er der Situation gewachsen ist.

Vielleicht kommt sie noch, die große Zitterhand bei Roger Federer. Für das Turnier wäre auch das nicht schlimm, denn es ist nach dem Aus des Alleinherrschers Nadal schon wesentlich spannender geworden. Irgendwann aber, sagte Federer einmal, werde er vielleicht auch in Paris gewinnen können. Irgendwann ist manchmal näher, als man denkt.

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