Kommentar : René Adler: Zu Recht die Nummer eins

Unser Taktik-Experte Mathias Klappenbach vertraut auf René Adler im deutschen Tor - und kann auf Tim Wiese gut verzichten.

Mathias Klappenbach

Sicher war einigen Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bange geworden angesichts der Möglichkeit, dass der oft wild in die gegnerischen Stürmer grätschende Tim Wiese im Tor gegen Russland stehen könnte. Die Nationalelf gab heute bekannt, das nun René Adler für den verletzten Robert Enke im Tor stehen wird (die Pressekonferenz des DFB zum Nachlesen gibt's hier.

Dabei war es keine Frage, dass Bundestrainer Joachim Löw Adler vertrauen wird. Wäre er nicht bei den ersten beiden EM-Qualifikationsspielen vor vier Wochen selbst verletzt gewesen, hätte Adler schon die Nummer eins sein können. Jetzt wird er es kampflos, so wie Enke zuvor. Und verdient, denn seit der vergangenen Saison ist der 22-Jährige der beste deutsche Torwart und strahlt dabei im Strafraum und auf der Linie so viel Souveränität aus, dass man ihn auch in einem so wichtigen Länderspiel wie dem gegen Russland zum ersten Mal in der A-Elf einsetzen kann.

Die Mannschaft braucht einen Dirigenten im Tor

Adler ist in der Lage – und das ist bei der deutschen Abwehr wichtig – seine Leute gut zu dirigieren. Immerhin hat er bereits die internationale Erfahrung von 14 Spielen im Uefa-Cup aus den vergangenen beiden Jahren mit Leverkusen, der 31 Jahre alte Enke hat zehn internationale Einsätze aus seiner Zeit bei Benfica Lissabon und dem FC Barcelona zwischen 1999 und 2003. In dieser Saison sind beide mit ihren Klubs international nicht dabei, bewähren können sie sich da nur in Länderspielen.

Auch wenn René Adler am Samstag überzeugt, geht der Konkurrenzkampf um die neue, dauerhafte Nummer eins nach Jens Lehmann in der nächsten Zeit sicher weiter. Und das hat wenig mit Tim Wiese zu tun, auch wenn der regelmäßig in der Champions League spielt. Schalkes Manuel Neuer ist nach seiner langen Verletzungspause jetzt auch wieder fit.

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