• Kommentar zu Darmstadt 98: Gelbsperren gegen den FC Bayern absitzen? Taktisch unanständig

Kommentar zu Darmstadt 98 : Gelbsperren gegen den FC Bayern absitzen? Taktisch unanständig

Gleich fünf Spieler holen sich bei Darmstadt 98 die fünfte Gelbe Karte ab, um die Sperre gegen den übermächtigen FC Bayern abzusitzen. Nachvollziehbar, aber blöd, findet unser Autor.

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Der Darmstädter Aytac Sulu ärgert sich nach dem Abpfiff gegen Bayer Leverkusen.
Der Darmstädter Aytac Sulu ärgert sich nach dem Abpfiff gegen Bayer Leverkusen.Foto: dpa

Man muss kein ausgesprochen unfairer Fußballspieler oder gar Treter sein, um zum jetzigen Saisonzeitpunkt eine Spielsperre abzusitzen. Es ist kein Kunststück, die dafür erforderlichen fünf Gelben Karten zusammenzubekommen. Ein taktisches Foul hier, mal da gemeckert, oder das Trikot beim Torjubel ausgezogen, vielleicht auch mal eine kleine Rudelbildung angezettelt. So einfach geht das. Es muss nicht mal wehtun.

Und doch stinkt es gewaltig, wenn eine Mannschaft förmlich darum bettelt. So geschehen beim SV Darmstadt 98 in der Bundesliga. Gleich fünf Spieler holten sich in einem Spiel jeweils ihre fünf Gelbe Karte ab, vier davon gegen Ende des Spiels innerhalb von nur sechs Minuten. Besonders dreist war, dass Konstantin Rausch, der erst in der 87. Minute eingewechselt wurde, es auch noch schaffte, sich seine fünfte Gelbe abzuholen. Er hatte zwar kaum Zeit für einen Zweikampf, konnte aber bei der Rudelbildung überzeugen.

Das alles sieht klar nach Absicht aus. Zumal der nächste Gegner der FC Bayern ist und Darmstadt dieses Spiel – selbst wenn diese fünf Spieler dabei wären – aller Wahrscheinlichkeit nach nicht besonders hoch gewinnen dürfte. Danach wiederum geht es für die Darmstädter gegen Bremen – das ist ihre Kragenweite.

Man kann dieses Verhalten clever oder unanständig finden. Für den Aufsteiger Darmstadt ist es nachvollziehbar, wenn seine vorbelasteten Spieler sich ihre Spielsperre gegen die Über-Bayern organisieren. Blöd bleibt es dennoch, auch wenn ein solches Verhalten – nennen wir es mal Taktieren – auch da gelebt wird, wo es keine Gelben Karten gibt: im Leben.

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