Sport : Kopfnuss beim Kontaktsport Was einem Spandauer Wasserballer im Finale so zustößt

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Berlin. Lachen konnte Slawomir Andruszkiewicz nicht mehr, herzhaft in ein Brötchen beißen auch nicht, sondern nur noch kleine Stückchen mümmeln, und das auch nur mit der linken Mundseite. Beim ersten Finalspiel um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen Waspo Hannover und den Wasserfreunden Spandau 04 (10:12) war der 37-jährige Spandauer mit Hannovers Bestem, Marc Politze, aneinandergeraten. Ende des dritten Viertels war es, „wir haben um den Ball gekämpft, er hat mir mit dem Hinterkopf einen Stoß verpasst“, erzählt Andruszkiewicz.

Der Pole zog sich eine Platzwunde im Mund zu und musste ausgewechselt werden. Blut floss, aber zumindest waren alle Zähne noch drin. „Da kann man nicht viel machen, ich habe den Mund mit Eiswüfeln gekühlt, bis das Blut gestoppt war“, erzählt Andruszkiewicz, der Politze keinen Vorwuf macht. Es sei kein brutales Foul gewesen, sondern ein Zweikampf. In einer Kontaktsportart könne so etwas schon passieren, besonders wenn der Gegner wie so oft mit dem Rücken zu einem stehe. Die Wasserballer kleben quasi aneinander, da reicht eine ruckartige Kopfbewegung oder ein ausgefahrener Ellbogen, um den Gegner außer Gefecht zu setzen. Weil der Großteil des Körpers unter Wasser ist, kriegt der Kopf häufiger etwas ab als etwa im Basketball oder Handball.

Die vielen Kloppereien in der Bundesliga haben Andruszkiewicz zufolge aber auch mit den Schiedsrichtern zu tun: „In der Bundesliga wird weniger Foul gepfiffen als in der Europaliga, die deutschen Schiedsrichter haben nicht so viel Erfahrung“, kritisiert er. Schiedsrichter hin oder her, Marc Politze hat nicht mehr viel Möglichkeiten, dem Spandauer eine Kopfnuss zu verpassen. Gewinnen die Berliner die Finalspiele zwei (heute, 16 Uhr, Forumbad, Hanns-Braun-Straße) und drei (morgen,15 Uhr) sind sie Deutscher Meister. Und in der nächsten Saison spielt Politze in Spandau. Helen Ruwald

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