Sport : Kräftig draufgeschlagen

Die Eisbären besiegen Straubing 3:2 – hohe Ticketpreise sorgen für Erregung.

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Topspielzuschläge. Für ihr Geld sahen die Fans wenig Eishockey, aber viel Kampf. Foto: Imago
Topspielzuschläge. Für ihr Geld sahen die Fans wenig Eishockey, aber viel Kampf. Foto: ImagoFoto: imago/Bernd König

Berlin - Ausverkauft! Erstmals in dieser Saison durften sich die Eisbären Berlin über eine mit 14 200 Zuschauern restlos gefüllte Arena am Ostbahnhof freuen. Ein gutes Eishockeyspiel bekamen die Besucher am Samstagabend gegen die Straubing Tigers zwar nicht zu sehen, dafür aber ein besonders langes. Im Duell des Tabellenneunten gegen den Elften der Deutschen Eishockey-Liga behielten die Eisbären nach 2:45 Stunden mit 3:2 nach Penaltyschießen (0:0, 1:0, 1:2, 0:0/1:0) die Oberhand.

Dass der Zuschauerzuspruch sich in dieser Saison auf einem zwar guten Niveau, aber eben nicht dem der Vorjahre befindet, hat nicht nur sportliche Gründe. Zwar spielen die Eisbären in dieser Saison selten wie ein Deutscher Meister, zumindest gewinnen sie aber regelmäßig ihre Heimspiele in der DEL. Das aber vor im Schnitt mehr als 1000 Fans pro Partie weniger als in den vergangenen Spielzeiten.

Panik bricht deswegen bei den Verantwortlichen allerdings nicht aus, denn der Klub bringt die einzelnen Tickets teurer an den Mann. Auf Rabattaktionen mit Discountern, die es in der Vergangenheit immer wieder gab, verzichten die Eisbären ganz bewusst. Dadurch sinkt zwar der Zuschauerschnitt, aber die Einnahmen bleiben auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor. Bei einer mit mehr als 14 000 Fans gefüllten Halle wie gegen Straubing kommen so rund 400 000 Euro in die Kasse – brutto versteht sich.

Bei den zahlenden Kunden hält sich die Begeisterung über die höheren Kartenpreise naturgemäß in Grenzen. Als die neue Preisstruktur im vergangenen Frühjahr vom Klub bekannt gegeben wurde, gab es Fanproteste. Mühsam rauften sich die Parteien zusammen, nur um anlässlich der Endrunde in der European Trophy erneut zu streiten. Weitgehend leere Ränge bei den Spielen kurz vor Weihnachten waren die Quittung.

Für das Duell mit den Tigers kostete das billigste Stehplatzticket 19 Euro – da auch noch ein Topspielzuschlag aufgerufen war. Das sind rund zwei Euro mehr als sonst und knapp zehn Prozent mehr als in der Vorsaison. Bei Sitzplätzen macht sich die Steigerung noch deutlicher bemerkbar. Fans aus Straubing mussten für ihre Tickets in Block 411ganz oben unter dem Hallendach auf der Stirnseite 26,60 Euro berappen. „Topspielzuschläge abschaffen“ – hieß es deshalb auf einem Transparent, das die Tigers-Anhänger vor dem Spiel hochhielten. Was sich da wohl erst die Sitzplatzinhaber gedacht haben mögen, die bis zu 52,60 Euro für den Besuch des Spiels ausgegeben hatten?

Dabei bekamen die Zuschauer nicht einmal gute Unterhaltung geboten. Im von zahlreichen Scharmützeln geprägten ersten Drittel verhängten die Schiedsrichter insgesamt 76 Strafminuten – auf Tore warteten die Fans vergeblich. Im zweiten Abschnitt beruhigten sich die Gemüter etwas und die Eisbären gingen durch ein Überzahltor von Casey Borer in Führung, die Kris Sparre in der 48. Minute nur scheinbar vorentscheidend ausbaute. Denn irgendwie passte es zu diesem Spiel, dass Straubing in der Schlussphase zum 2:2 ausgleichen konnte und die Zuschauer sogar noch eine Verlängerung samt Penaltyschießen zu sehen bekamen. In dem traf Mark Bell gleich zweimal und somit durften sich die Eisbären mit ihren Fans über zumindest zwei Punkte freuen.

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