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Krawall beim Fußball : Hertha BSC: die Zahl gewaltbereiter Fans hat sich verdoppelt

Hertha BSC hat heute doppelt so viele gewaltbereite Fans wie vor zwei Jahren. Noch mehr gibt es aber beim 1. FC Union: der Verein ist führend bei der Zahl der gewaltbereiten Fans.

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Nach einem Spiel zwischen der Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln ( 07.05.2011) gehen Polizisten gehen randalierende Fans vor. Auch in Berlin hat die Zahl gewaltbereiter Fans in den letzten beiden Jahren deutlich zugenommen.
Nach einem Spiel zwischen der Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln ( 07.05.2011) gehen Polizisten gehen randalierende Fans vor....Foto: dpa

Die Zahl der Hooligans unter den Fans von Hertha BSC hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. In der Saison 2008/2009 rechneten die Behörden 30 Personen der härtesten Kategorie C („gewaltsuchend“) zu, in der abgelaufenen Saison 2010/2011 waren es 47. Die Zahl in der Kategorie B („gewaltgeneigt“) erhöhte sich in diesem Zeitraum von 160 auf 350. Diese Zahlen teilte Innensenator Frank Henkel (CDU) jetzt auf Anfrage des Grünen Abgeordneten Benedikt Lux mit. Bei den anderen Berliner Vereinen änderten sich die Zahlen der Fußball-Gewalttäter nicht, bei Union sank die Zahl der Kategorie-C-Fans sogar leicht von 30 auf 25.

In absoluten Zahlen stehen jedoch der 1. FC Union und BFC Dynamo an der Spitze mit jeweils 425 Fans in beiden Kategorien. Hertha jedoch hat mit knapp 400 deutlich aufgeholt. Union hat insgesamt am meisten gewaltbereite Fans, Dynamo steht hingegen mit 75 Fans in der Kategorie C ganz vorne. Die Innenverwaltung erklärt diesen Anstieg mit einem „Zulauf im Bereich der Ultragruppierungen aus dem Umfeld von Hertha BSC Berlin“.


Nach Polizeiangaben hat es in der abgelaufenen Saison drei Spiele in Berlin gegeben, bei denen es Ausschreitungen gab. Darunter ist auch ein Spiel von Hertha, nämlich gegen den TSV 1860 München, wie berichtet, hatten Fans an diesem Spieltag Polizisten und Fahrgäste in der Bahn angegriffen. Die beiden anderen Spiele mit Ausschreitungen waren die Partie in der Oberliga Nordost zwischen Tennis Borussia und Union II sowie das Freundschaftsspiel zwischen dem 1. FC Union und Pogon Stettin. Damals hatten polnische Fans Knallkörper aufs Spielfeld geworfen.

Die Zahl der Festnahmen und registrierten Straftaten hat in den vergangenen drei abgelaufenen Spielzeiten verringert. Die Zahl der Festnahmen von 452 auf 353 und die Zahl der Straftaten von 556 auf 375. Ein Grund dafür wird in dem Bericht des Innensenators, der dem Tagesspiegel vorliegt, nicht genannt. Deutlich gestiegen sind jedoch die Straftaten nach dem Sprengstoffgesetz, also der Einsatz von Pyrotechnik in Stadien. 2008/2009 gab es hier 14 Fälle, in der abgelaufenen Saison schon 37. Nach den einzelnen Vereinen werden diese Straftaten nicht differenziert.

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