Krawalle bei BVB-Spiel : Steine, Flaschen, Fackeln

Das Testspiel von Borussia Dortmund gegen den FC Basel stand wegen Ausschreitungen kurz vor dem Abbruch. Die Polizei war mit der Situation offenbar völlig überfordert.

Ingo Schmidt-Tychsen
Klopp
Dortmunds neuer Trainer Jürgen Klopp -Foto: dpa

Berlin Sebastian Kehl wusste kaum, was er dazu noch sagen sollte. Während des Spiels war der Dortmunder Kapitän in den Fanblock seines Klubs gegangen, um die aufgebrachten Zuschauer zu beruhigen. Das Testspiel gegen den FC Basel stand wegen Ausschreitungen kurz vor dem Abbruch. „Und dann wird dir von den Fans auch noch gesagt, dass das zum Fußball gehört“, erzählte Kehl. Wie hätte er darauf reagieren sollen? Das Fußballspiel wurde am Samstagabend schließlich doch noch fortgesetzt. Dass es 2:2 endete, interessierte hinterher aber höchstens am Rande.

Schon vor dem Anpfiff hatte es die ersten Krawalle gegeben, als etwa 70 streitlustige Baseler Fans die Tribüne der BVB-Fans stürmten und es zu Schlägereien kam. Die Fanblöcke der Teams in dem kleinen Stadion im schweizerischen Grenchen hatten nicht wie üblich gegenüber, sondern nah beieinander gelegen. „Die Polizei war mit der Situation völlig überfordert“, sagte der Dortmunder Fanbeauftragte Jens Volke dazu auf Nachfrage. Er habe die Beamten vorher auf die Problematik hingewiesen, sagte Volke. „Außerdem ist es doch in der Schweiz bekannt, dass die Baseler Fans nicht ohne sind.“ Die Polizei in Grenchen war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Während des Spiels blieb die Situation angespannt. Die Fans aus Basel bewarfen Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller mit Feuerzeugen und Münzen. In der zweiten Halbzeit wurde Dortmunds Nachwuchs-Keeper Lukas Kruse eingewechselt. „Unsere eigenen Fans haben dann Fackeln in seinen Strafraum geworfen, das war keine angenehme Erfahrung für einen so jungen Torwart“, sagte Dortmunds Sprecher Josef Schneck. In den nächsten Tagen will er sich mit den Fanbetreuern darüber unterhalten, ob wegen des Vorfalls Stadionverbote gegen einzelne Fans ausgesprochen werden. „Das war tendenziell peinlich“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.

Im Fanblock habe es während des Spiels schon Diskussionen gegeben, wie mit den Unruhestiftern umgegangen werden soll, sagte der Fanbeauftragte Volke. „Die Fackeln in den eigenen Strafraum waren für mich das Schlimmste“, sagte er. Nach dem Abpfiff allerdings wurden die Dortmunder Fans erneut von Baselern erwartet. „Es sind Steine und Flaschen auf uns geworfen worden“, erzählte Volke. Wie viele Menschen bei den Krawallen verletzt wurden, ist nicht bekannt. Ingo Schmidt-Tychsen

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