Sport : Kugelstoßen: Ein runder Sieg

Lehrgeld und Strafgeld haben die deutschen Volleyballer gestern beim ersten Weltligavergleich gegen Brasilien im Horst-Korber-Zentrum entrichten müssen. Sportlich gab es nach mehr als 90 Minuten eine 1:3 (21:25, 14:25, 25:22, 22:25)-Niederlage gegen den Favoriten der Vierergruppe, der noch Holland und die USA angehören. Kein Beinbruch, denn Brasilien wird in der Weltrangliste auf vier geführt, die deutsche Mannschaft an 42. Stelle. Und für 2600 Zuschauer ist laut Vorgabe des internationalen Verbandes FIVB ein Bußgeld von 1500 Dollar zu entrichten. Erst bei mindestens 4000 Besuchern entfällt der Obulus an die FIVB.

Als Gewinner dürfen sich die Männer von Bundestrainer Stelian Moculescu und der um seinen Stellenwert in der Öffentlichkeit ringende deutsche Volleyball dennoch fühlen. Eine in Berlin "beim Volleyball nie erwartete Stimmung" machte Moculescu aus. "Super" sei die Atmosphäre gewesen, befand Kapitän und Italien-Legionär Stefan Hübner, mit "solch einer Rückendeckung durch das Publikum hat es richtig Spaß gemacht". Und Zuspieler Ilja Wiederschein berichtete, die Rückkoppelung von den Rängen habe bei ihm "Gänsehautgefühle" erzeugt. Deshalb könne er auch über den Ausgang "nicht wirklich enttäuscht" sein.

Im Gegensatz zu den Vergleichen gegen die USA (0:3/1:3) ließ Moculescu fast mit einem Sechser beginnen, in dem zeitweilig vier bis fünf jetzige oder frühere Charlottenburger blockten und schmetterten. Als deren Widerstand im zweiten Durchgang erlahmte, brachte der gebürtige Rumäne Ilja Wiederschein (SC Charlottenburg) für seinen Klubkollegen Frank Dehne auf Zuspiel und den Unterhachinger Michael Mayer für den Routinier Marco Liefke (SCC). Diese noch jüngere Formation animierte die begeisterten Zuschauer beim Satzgewinn gegen die da die Sache etwas leicht nehmenden Gäste zu stehenden Ovationen.

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