Sport : Kurz vor der Krise

In der Nachspielzeit erzielt Herthas Dick van Burik noch das 1:1 gegen Hannover 96

Mathias Klappenbach

Berlin - In der letzten Minute der regulären Spielzeit hatte er es aus Verzweiflung schon mit einem Fallrückzieher versucht, aber das gehört nun wirklich nicht zu den Stärken von Dick van Burik. Als die Nachspielzeit lief, bekam der Abwehrspieler von Hertha BSC dann eine Flanke von Ellery Cairo auf den Kopf. Der gute Kopfballspieler van Burik beförderte den Ball ins Tor, und Hertha hatte doch noch ein 1:1 (0:1) gegen Hannover 96 geschafft und eine drohende Krise abgewendet. „Wir hatten uns das anders vorgestellt. Aber wir haben zu kompliziert gespielt“, sagte Herthas Trainer Falko Götz.

Nachdem die Generalprobe für die Rückrunde im Testspiel gegen Nürnberg mit 2:5 danebengegangen war, hatte Herthas Trainer den Druck auf die Mannschaft erhöht. Die gewünschte Reaktion blieb gestern aus, obwohl nur Josip Simunic verletzungsbedingt fehlte. Das Team trat verunsichert und nervös auf, eine Struktur im Spiel war nicht erkennbar. Als Entschuldigung kann auch nicht die frühe Auswechslung Gilbertos (für ihn kam Kevin Boateng) herhalten, der schon nach vier Minuten vom Platz getragen werden musste. Der Brasilianer war in einem Zweikampf mit Steven Cherundolo zusammengerasselt. Während der Hannoveraner weiterspielte, musste Gilberto mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden, wo er noch zwei Tage zur Beobachtung bleibt. „Das war ein Schock für die Mannschaft, ist aber keine Erklärung für die Leistung. Wir haben uns vielleicht zu viel vorgenommen“, sagte Manager Dieter Hoeneß.

Kurz nach dem Ausfall Gilbertos ging Hannover in Führung. Vinicius verlängerte eine Freistoßflanke von Michael Tarnat zu Christoph Dabrowski, der in der zwölften Minute unbedrängt einschoss. Wenig später hätte Dabrowski auch das 2:0 für die Gäste erzielen können. Aber Herthas Torwart Christian Fiedler parierte stark.

Torchancen der Berliner bekamen die 33 740 Zuschauer in der ersten Halbzeit nicht zu sehen. Nach einer halben Stunde schoss Oliver Schröder den Ball aus 30 Metern Entfernung weit über das Tor der Gäste. Es sah gar nicht gut aus für Hertha, als Hannovers Kapitän Altin Lala zwei Minuten vor der Pause die Gelbe Karte nach einem Foul an Yildiray Bastürk sah. Eine Minute später holte Niko Kovac einen unberechtigten Freistoß gegen Lala heraus, der daraufhin wütend den Ball wegdrosch. Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte Lala dafür die Gelb-Rote Karte. Der leistete sich beim Verlassen des Feldes noch einen Stoß gegen Herthas Kapitän Arne Friedrich.

Die numerische Überzahl auf dem Feld ließ Falko Götz etwas mutiger werden. Er schickte mit Solomon Okoronkwo und Andreas Neuendorf (für Schröder und Kovac) zwei offensivere Spieler aufs Feld. Hannover zog sich komplett an den eigenen Strafraum zurück. Der Druck der Berliner wuchs, die Gefahr aber nicht. „Das Engagement der Mannschaft stimmte. Wir haben jedoch die falschen Mittel gewählt“, sagte Manager Hoeneß. Cairo und Arne Friedrich vergaben ein paar harmlose Chancen, Marcelinho spielte ideen- und lustlos. „Wir wollten heute neu anfangen. Das ist uns nicht gelungen“, sagte Ellery Cairo.

Die beste Gelegenheit in der regulären Spielzeit vergab Marko Pantelic, als er den Ball aus vier Metern über die Latte drückte. Die Zuschauer hatten schon zu einem Pfeifkonzert angesetzt, als van Burik zu seinem letzten Kopfball hochstieg.

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