Länderspiel gegen die Türkei : Kroos für Schweinsteiger?

Der Jüngste im Deutschen Team wird gegen die Türkei wohl den verletzten Bastian Schweinsteiger ersetzen. Schon bei der WM konnte sich Bayerns Toni Kroos auf der zentralen Position neben Sami Khedira beweisen.

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Zentrale Position. Toni Kroos, (2. von rechts, mit Lahm, Schaefer und Müller) könnte den verletzten Schweinsteiger im Mittelfeld ersetzen.
Zentrale Position. Toni Kroos, (2. von rechts, mit Lahm, Schaefer und Müller) könnte den verletzten Schweinsteiger im Mittelfeld...Foto: dapd

Vielleicht sind die Verdienste Michael Ballacks für den deutschen Fußball in letzter Zeit etwas aus dem Blick geraten. Das bislang Letzte aber, sein verletzungsbedingter Ausfall für die Weltmeisterschaft, war quasi die Geburtsstunde einer Qualität, welche die deutsche Fußball-Nationalmannschaft so noch gar nicht kannte: die Qualität, eine so wertvolle und Spiel prägende Figur wie Michael Ballack erfolgreich ersetzen zu können. Formal rückte der 23 Jahre alte Sami Khedira auf die Position im zentralen defensiven Mittelfeld, wo er im Zusammenspiel mit Bastian Schweinsteiger, 26, das Vakuum, dass Ballack hinterlassen hatte, gemeinsam ausfüllte – nach allgemeinem Dafürhalten mit Bravour. Vor dem Spiel gegen die Türkei ist die deutsche Elf nun erneut in einer ganz ähnlichen Situation, wobei nicht mehr das Fehlen Ballacks entscheidend ist, sondern die Herausforderung dieses Mal darin besteht, wie und durch wen der verletzungsbedingte Wegfall Schweinsteigers zu kompensieren ist? Der Mittelfeldstratege hatte sich bei der Niederlage der Bayern in Dortmund vor wenigen Tagen einen Kapselbandanriss im Fuß zugezogen.

Vermutlich wird die Wahl des Bundestrainers auf Toni Kroos fallen, der schon während des WM-Turniers als Schweinsteiger-Ersatz fungierte. Der mit 20 Jahren Jüngste im deutschen Team ist für diese Rolle in der Defensive nicht unbedingt eine Idealbesetzung, auf Grund seiner fußballerischen Klasse kann er diese aber bewältigen, wie seine Einsätze bei der WM zeigten. Auf ihn festlegen wollte Joachim Löw sich gestern aber noch nicht. „Auch Thomas Müller und Christian Träsch können das spielen“, sagte der Bundestrainer. Ohne Schweinsteiger an seiner Seite wird die Aufgabe für Sami Khedira nicht leichter werden. „Ich werde mich hundertprozentig einsetzen für das Spiel, egal, wer mein Nebenmann ist. Wir wollen das Spiel gewinnen, mit aller Macht“, sagte Khedira.

Offen bleibt zudem die Besetzung der linken Außenseite in der Viererabwehrkette. Nachdem der Hamburger Marcell Jansen verletzungsbedingt absagen musste, fällt hier die Entscheidung zwischen Jerome Boateng und Heiko Westermann vom Hamburger SV. Boateng, der im Sommer vom HSV zu Manchester City gewechselt und lange verletzt war, ist inzwischen wieder genesen und besitzt nach Auskunft des Bundestrainers gute Chancen auf einen Einsatz. Sicher ist dagegen die personelle Besetzung der Innenverteidigung. Neben Per Mertesacker, der sich Anfang September im Länderspiel gegen Aserbaidschan einen Bruch des Augenhöhlenrings zugezogen hatte, in Bremen aber wieder im Einsatz ist, wird der junge Münchner Holger Badstuber spielen. „Er spielt diese Rolle stabil und seriös“, sagte Löw.

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