Sport : Land ohne Ideen

Tschechien muss nach dem 0:0 in Wales bangen

Cardiff/Prag - Der große Rivale Deutschlands ist zum Wackelkandidaten geworden. Tschechiens Fußball-Nationalmannschaft muss nach ihrem erneut enttäuschenden Auftritt beim 0:0 in Wales um die Teilnahme an der Europameisterschaft bangen. „Das Remis ist eine gefühlte Niederlage“, sagte Torwart Petr Cech. Beim feierlichen Ende der Nationalmannschafts-Karriere des walisischen Kapitäns Ryan Giggs standen die Tschechen im Millennium Stadium von Cardiff über 90 Minuten förmlich nur Spalier.

Mit 14 Punkten hat der Europameisterschafts-Zweite von 1996 in der Gruppe D als Tabellenzweiter Verfolger Irland (13) dicht im Nacken. Die deutsche Mannschaft (16) kann mit einem Erfolg gegen die Slowakei (9) am Mittwoch auf fünf Punkte enteilen. Einzig Karel Brückner wollte die Leistung seiner Mannschaft nicht pauschal kritisieren. „Ich bin mit dem Ergebnis nicht unzufrieden, aber wie wichtig oder unwichtig dieses Unentschieden ist, werden wir erst am Schluss erfahren“, sagte der in der Heimat schon lange nicht mehr unumstrittene Trainer.

Seit dem 1:2 gegen Deutschland in Prag am 24. März läuft es für die Tschechen nicht mehr. Die folgende harsche Kritik in der Heimat, die durch angeblich rauschende Spieler-Partys forciert wurde, hatte schon bei dem folgenden mühsamen 1:0 gegen Außenseiter Zypern Spuren hinterlassen. „Zum Verzweifeln verkrampft“, bewertete die Zeitung „Mlada fronta Dnes“ den Auftritt in Cardiff. „Wir haben anständig gearbeitet, aber es fehlte die Inspiration“, gestand der eigentlich für die Kreativität zuständige Tomas Rosicky.

Auch die in der Qualifikation schon abgeschlagenen Waliser müssen sich nach dem Abschied des Mittelfeldstars Ryan Giggs nach neuen Ideengebern umsehen. Die walisischen Fans bereiteten ihm mit Transparenten und Sprechchören einen bewegenden Abgang. Der Offensivspieler von Manchester United, der in seiner Karriere neun Mal Englischer Meister wurde, bestritt gegen die Tschechen sein 64. und letztes Länderspiel. „Es ist der richtige Zeitpunkt, um zurückzutreten“, sagte der 33-Jährige, der sich mit Wales nie für ein großes Turnier qualifizieren konnte. dpa

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