Sport : Leichtathleten springen am Brandenburger Tor

André Wornowski

Berlin – Zur Einstimmung rennen, springen und werfen sie noch einmal. Sie jubeln, zeigen die Fäuste, liegen sich weinend in den Armen. Es sind emotionale Bilder, die der Deutsche Leichtathletik- Verband (DLV) in seiner Videobotschaft auf der gestrigen Pressekonferenz präsentiert. Zu sehen sind die deutschen Erfolge bei den Europameisterschaften 2010 in Barcelona. Die Leichtathletik fasziniert – aber sie muss um Aufmerksamkeit kämpfen. Denn was der Film nicht zeigt: Die Ränge im katalanischen Olympiastadion waren oft leer.

Um das große Publikum wieder besser zu erreichen, probieren die Leichtathleten nun ein neues Format aus: Zwei Wochen vor den Weltmeisterschaften in Daegu treffen sich am 12. August vier der weltbesten Nationen unter dem Motto „Berlin fliegt“ am Brandenburger Tor. Neben Deutschland treten hier die USA, Frankreich und Russland in Weit- und Stabhochsprung gegeneinander an. Pro Land starten zwei Athleten und eine Athletin, die nach Höhe, Weite und Punkte streben. Dabei zählt in der knapp zweistündigen Veranstaltung, die nicht vom Land Berlin subventioniert wird, jeder Versuch. Das Besondere beim Stabhochsprung: Die Höhe der Gegner wird vorher nicht angesagt. „Dadurch muss man sich selbst gut einschätzen können und auch ein wenig pokern“, sagt Malte Mohr, Weltjahresbester 2010.

Die Veranstalter rechnen mit viel Aufmerksamkeit. Nation gegen Nation – „das wird die Menschen begeistern“, sagt Frank Lebert, Geschäftsführer der Deutschen Leichtathletik Promotion- und Projekt-GmbH, der Vermarktungstochter des DLV . „Wenn Nationalteams ins Spiel kommen, gehen die Einschaltquoten hoch.“ Wenn das stimmt, wird es den Fernsehsender Eurosport freuen, der live überträgt. Vor Ort erwarten die Organisatoren rund 3000 Zuschauer – plus schöne Bilder. Lebert kann sich bereits vorstellen, wie „Malte Mohr vor dem Brandenburger Tor in der Luft liegt und im Hintergrund die Sonne untergeht“. Das wäre ein gutes Motiv für den nächsten Film – bei der Berliner Bewerbung um die EM 2018. André Wornowski

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