Leichtathletik : Defar verbessert 5000-Meter-Weltrekord

Die Äthiopierin Meseret Defar hat beim Auftakt der Golden League in Oslo für einen Paukenschlag gesorgt. Die Olympiasiegerin verbesserte ihren eigenen Weltrekord über 5000 Meter um rund acht Sekunden.

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Meseret Defar: Mit einem Sturmlauf zum neuen Rekord. -Foto: AFP

OsloLangstrecken-Königin Meseret Defar hat Supersprinter Asafa Powell beim Auftakt-Meeting der Golden League in Oslo die Show gestohlen. Die 23 Jahre alte Äthiopierin verbesserte in einem wahren Sturmlauf ihren eigenen Weltrekord über 5000 Meter gleich um rund acht Sekunden. Nach 14:16,63 Minuten blieb am Freitagabend die Uhr für die Olympiasiegerin stehen. Sogar die zweitplatzierte Kenianerin Vivian Cheruiyot blieb in 14:22,51 Minuten unter der alten Bestmarke, die Defar am 3. Juni 2006 in New York aufgestellt hatte.

"Ich bin im Moment in sehr guter Verfassung. Ich wusste, dass ich den Rekord brechen kann", sagte Defar. Das Osloer Bislett-Stadion macht einmal mehr seinem Ruf als Rekord-Stätte alle Ehre: Defars Triumphlauf war die 53. Leichtathletik-Bestmarke in der Arena - so viele wie in keinem anderen Stadion der Welt.

Powell gewinnt 100-Meter-Sprint

Eine Stunde zuvor hatte der Jamaikaner Powell mehr Mühe als Defar. Beim Sieg über seine Paradestrecke verfehlte der 100-Meter-Weltrekordler in 9,94 Sekunden die Jahresweltbestleistung des US-Sprinters Walter Dix um 1/100 Sekunde. Powell verwies Portugals Doppel-Europameister Francis Obikwelu (10,06) und den Briten Marlon Devonish (10,08) auf die Plätze.

"Ich bin richtig glücklich über diesen Sieg", sagte Powell. Als großes Ziel hat sich der "Weltathlet des Jahres 2006" in diesem Jahr den Gewinn des 100-Meter-Titels bei der Weltmeisterschaft in Osaka (25. August bis 2. September) gesetzt. "Ich habe aber keine Garantie, dass ich dort gewinne", meinte Powell, nachdem er bei regulärem Rückenwind zum 27. Mal in seiner Karriere unter 10 Sekunden geblieben war. Sein Weltrekord steht seit zwei Jahren bei 9,77 Sekunden.

Enttäuschung für Silke Spiegelburg

Für Stabhochspringerin Silke Spiegelburg aus Leverkusen verlief der Wettkampf hingegen weniger erfreulich. Als die russische Weltrekordlerin und Oslo-Siegerin Jelena Issinbajewa (4,85 Meter) noch nicht ein Mal gesprungen war, war für die 21-jährige Spiegelburg schon alles vorbei. Als Siebte im Achterfeld blieb sie mit 4,30 Meter 26 Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestmarke. Der Leipziger Thomas Blaschek wurde über 110-Meter-Hürden als bester Europäer hinter den US-Amerikanern Anwar Moore (13,26) und David Paine (13,27) Dritter in 13,46 Sekunden. "Diese Zeit befriedigt mich nicht wirklich", sagte Blaschek.

Die US-Stars fehlten in Oslo fast komplett, um sich in der Heimat auf die nationalen Meisterschaften in der kommenden Woche in Indianapolis vorzubereiten. Dort werden die WM-Fahrkarten vergeben.

Die Wettkämpfe in Oslo bildeten den Auftakt der Super-Serie mit den weiteren Stationen Paris, Rom, Zürich, Brüssel und Berlin. Wer am Preisgeld von einer Million Dollar teilhaben will, muss in seiner Disziplin bei allen sechs Meetings gewinnen. Doch nur zwei Leichtathleten haben seit 1998 den vollen Jackpot abgeräumt: 800-Meter-Läuferin Maria Mutola (Mosambik) schaffte das im Jahr 2003, die russische Dreispringerin Tatjana Lebedewa kassierte vor zwei Jahren ab. Im Vorjahr teilten sich sechs Athleten den Millionen-Kuchen. (Von Ralf Jarkowski, dpa)

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