Leichtathletik : Hammerwerferin Betty Heidler scheitert früh

Hammer-Weltmeisterin Betty Heidler schafft nur einen gültigen Versuch und scheitert im Vorkampf.

Friedhard Teuffel[Peking]
Peking 2008 - Leichtathletik - Betty Heidler
Stecken geblieben. Heidler.Foto: dpa

Als im Käfig des Nationalstadions von Peking die Olympiasiegerin im Hammerwerfen ermittelt werden soll, packt Betty Heidler ihre Tasche und schlendert über die Bahn in die Katakomben. Ein Wurf einen Meter weiter und sie hätte noch drei weitere Chancen bekommen. So aber scheidet die Weltmeisterin schon nach den ersten drei Würfen aus – von denen zwei ungültig waren.

Es ist die nächste geplatzte Hoffnung für die deutschen Leichtathleten. „Natürlich bin ich enttäuscht. Aber obwohl ich die ganze Saison Probleme hatte, bin ich mit einem guten Gefühl hergekommen, und auch mein Trainer war optimistisch“, sagte die gebürtige Berlinerin Heidler, die inzwischen für Eintracht Frankfurt startet. Olympiasiegerin wurde die Weißrussin Aksane Miankowa mit einer Siegweite von 76,34 Metern vor der Kubanerin Yipsi Moreno und der Chinesin Zhang Wenxiu.

Betty Heidler schleuderte den Hammer in ihren ersten beiden Versuchen ins Netz, alles hing vom dritten Wurf ab. Der landete bei 70,06 Meter. Das hätte auch für das Finale gereicht, doch die Polin Anita Wlodarczyk überholte sie noch. Heidler hatte 2007 in Osaka überraschend den WM-Titel gewonnen. Diesen Erfolg konnte die 24-Jährige in Peking nicht wiederholen, sagte aber: „Die Stimmung im Team ist gut. Ich gehe davon aus, dass wir nicht ohne Medaille nach Hause fahren werden.“

Nur noch wenig Aussichten auf Medaillen

Viele Chancen bleiben den deutschen Leichtathleten nicht mehr. Es sind vor allem drei aussichtsreiche Wettbewerbe übrig geblieben: die Stabhochspringer, die Hochspringerin Ariane Friedrich und die Speerwerferinnen Christina Obergföll und Steffi Nerius. Von den drei deutschen Stabhochspringern verabschiedete sich einer allerdings gestern schon in der Qualifikation. Während Danny Ecker und Raphael Holzdeppe ins Finale einzogen, scheiterte Tim Lobinger an 5,65 Meter. Er befindet sich dabei allerdings in guter Gesellschaft. Der Amerikaner Brad Walker und der Franzose Romain Mesnil, der Weltmeister und der WM-Zweite von 2007, schieden ebenfalls aus.

Was ein schlechtes Abschneiden bedeuten würde, darüber ist schon ein Streit entbrannt. Helmut Digel, Mitglied im Council des Internationalen Leichtathletikverbandes, sprach von einer „nationalen Katastrophe in der öffentlichen Wahrnehmung. Wenn wir heimkommen, und es ist kein Gold dabei, kann es eine schwierige Situation werden.“ Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes, sieht es anders: „Entscheidend ist nicht die Medaillenzählerei, sondern das Leistungsvermögen jedes Athleten.“

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