Leichtathletik in Zürich : Robert Harting und der verpasste Jackpot

Beim Diamond-League-Finale in Zürich zeigen die deutschen Leichtathleten gute Leistungen – Silke Spiegelburg gewinnt im Stabhochsprung. Weltmeister Robert Harting muss sich allerdings geschlagen geben.

Reinhard Sogl
Robert Harting hat in Zürich zwar nicht gewonnen, dennoch war er mit Spaß bei der Sache.
Robert Harting hat in Zürich zwar nicht gewonnen, dennoch war er mit Spaß bei der Sache.Foto: dpa

Gäbe es Medaillen in der Diamond League, Silke Spiegelburg hätte schon mehrfach Gold gewonnen. Die hochkarätige Wettkampfserie ist der Wettbewerb der Stabhochspringerin aus Leverkusen, die bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen regelmäßig als Vierte leer ausgeht. Zum dritten Mal holte sich die deutsche Rekordhalterin am Donnerstag bei der Diamond League den Gesamtsieg. Im stark besetzten Finale im ausverkauften Zürcher Letzigrund verdrängte Spiegelburg die bislang führende WM-Dritte Yarisley Silva noch von Platz eins. Sie gewann das Finale mit persönlicher Saisonbestleistung von 4,79 Metern.

Ehe sich Silke Spiegelburg zum dritten und letzten Mal vergeblich am Deutschen Rekord von 4,86 Metern versuchte, machte es Superstar Usain Bolt ein paar Meter weiter über 100 Meter spannend, aber nicht spektakulär. Nach einem missratenen Start setzte er sich erst auf den letzten Metern ab und gewann in 9,90 Sekunden vor seinem jamaikanischen Landsmann Nickel Ashmeade (9,94) und Justin Gatlin aus den USA (9,96). Um den Jahresbonus von 40 000 Dollar für die konstanteste Athletin ihrer Disziplin ist Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll reicher, obwohl sie sich beim Finale erneut ihrer Erzrivalin Maria Abakumowa aus Russland geschlagen geben musste. Die Offenburgerin, die bei den Weltmeisterschaften in Moskau das lang ersehnte Gold geholt hatte, wurde Zweite mit 63,36 Metern. Abakumowa erreichte starke 68,94 Meter. Linda Stahl aus Leverkusen wurde mit 63,24 Metern Dritte.

Robert Harting blieb ein Triumph derweil verwehrt. Der 28-jährige Diskus-Weltmeister war mit sich und der Welt im Reinen, obwohl er um 19 Zentimeter den dritten Triumph in Zürich und auch den Gesamtsieg verfehlte. 66,83 Meter reichten nur zu Rang zwei hinter dem Esten Gerd Kanter, der die Scheibe auf 67,02 Meter schleuderte und damit den im Jackpot-Rennen führenden Polen Piotr Malachowski in der Gesamtwertung abfing. Hätte der Weltmeister aus Berlin gewonnen, wäre ihm die Jahresprämie sicher gewesen. „Es war knapp, ich bin ihm nicht böse“, sagte Harting. Obwohl er sich zum dritten Mal in dieser Saison mit Rang zwei zufrieden geben musste, bekannte Harting: „Ich hatte heute richtig Spaß. Es gab schon Wettkämpfe, in denen es nicht so war.“ Der Magdeburger Martin Wierig wurde wie bereits in Moskau Vierter (65,51 Meter).

Über 100 Meter wurde die Mannheimerin Verena Sailer in 11,21 Sekunden Dritte hinter der Jamaikanerin Carrie Russell (10,98) und Alexandria Anderson aus den USA (11,02). Und über 1500 Meter lief der Frankfurter WM-Fünfte Homiyu Tesfaye in 3:34,18 Minuten persönliche Bestzeit. In einem starken Feld reichte das aber nur für Rang neun.

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