Leichtathletik-WM : Bronze für Bartels

Die Leichtathletik-WM in Helsinki ist eröffnet. Kugelstoßer Ralf Bartels holte am Abend die erste Bronze-Medaille für Deutschland.

Helsinki (07.08.2005, 16:59 Uhr) - Mit einem Kraftakt hat Kugelstoßer Ralf Bartels Bronze aus dem Feuer gerissen und den deutschen Leichtathleten zum WM-Auftakt die ersehnte erste Medaille beschert. Der 27-Jährige vom SC Neubrandenburg wuchtete die Kugel am Samstagabend bei den 10. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki im letzten Versuch auf 20,99 Meter und konnte wenige Minuten später seinen größten internationalen Erfolg bejubeln. Weltmeister wurde der Amerikaner Adam Nelson (21,73 m) vor dem Niederländer Rutger Smith (21,29). Die anderen Titel am ersten Wettkampftag sicherten sich die Äthiopierin Tirunesh Dibiba über 10 000 Meter und Jefferson Perez aus Ecuador im 20 km Gehen.

«Ich habe im letzten Durchgang alles auf eine Karte gesetzt und bin jetzt um so glücklicher», sagte Bartels, der vor drei Jahren bei der EM in München auch Bronze erkämpft hatte. Geher André Höhne überraschte im 20-Kilometer-Wettbewerb mit einem ausgezeichneten vierten Platz. Nur 16 Sekunden fehlten dem Berliner zum Bronze-Platz. «Das war ein gelungener Auftakt», sagte Jürgen Mallow, der Leitende Bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), und lobte das motivierte und kampfstarke DLV-Team.

Für den ersten Weltrekord der Jubiläums-WM sorgte am Sonntag Olimpiada Iwanowa: Nach 1:25:41 Stunden war die 34 Jahre alte 20-km- Geherin um 160 000 Dollar reicher. «Dieser Sieg macht mich zum glücklichsten Menschen der Welt», sagte die Russin. Für den WM-Titel spendiert der Weltverband IAAF jedem Einzel-Weltmeister 60 000 Dollar, für einen Weltrekord noch einmal 100 000. Iwanowa triumphierte bei ihrem zweiten WM-Gold nach 2001 vor der Weißrussin Ryta Turawa (1:27:05) und der Portugiesin Susanna Feitor (1:28:44). Sie blieb 41 Sekunden unter dem alten Weltrekord.

Während Melanie Seeger mit Platz elf (1:31:00) durchaus leben konnte («Deshalb geht die Welt nicht unter»), flossen bei ihrer Potsdamer Vereinskollegin Sabine Zimmer die Tränen. «Ich bin total enttäuscht, das ging heute alles daneben, ich weiß auch nicht warum». erklärte die 24-Jährige, die mit 1:34:24 auf Platz 23 durchgereicht wurde. Ihre deutsche Rekordzeit ist über sechs Minuten besser.

Ex-Weltmeisterin Franka Dietzsch hat souverän das Diskus-Finale erreicht. Bereits im ersten Versuch der Qualifikation übertraf die 37-jährige Neubrandenburgerin mit 63,53 m deutlich die geforderte Norm. Nur drei starke Frauen waren am Sonntag im Vorkampf besser.

Während Höhne über sich hinauswuchs, hatte Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg mit der Entscheidung über 10 000 Meter überhaupt nichts zu tun. Sie musste sich in 31:28,21 Minuten mit Rang 17 begnügen. Drei Äthiopierinnen machten das Rennen auf der letzten Runde unter sich aus: Über Gold jubelte schließlich Tirunesh Dibaba (30:24,02), die vor Titelverteidigerin Berhane Adere (30:25,41) gewann.

Perez hatte den ersten von 47 Titeln erkämpft. Der Weltrekordler gewann das 20-km-Gehen in 1:18:35 Stunden und holte sich wie vor zwei Jahren in Paris die Goldmedaille. Zweiter wurde der Spanier Francisco Javier Fernandez vor seinem Landsmann Juan Manuel Molina. (tso)

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