Sport : Leipzig gewinnt in Paris

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Jörg Wenig über das Organisationstalent der Franzosen

Das Stadion ist das beste, das LeichtathletikWeltmeisterschaften gesehen haben. Auch der Zuschauerzuspruch kann sich nach den ersten Tagen dieser WM sehen lassen. Manche mögen die großen Stars der letzten Jahre auf dem Siegerpodest vermissen: Marion Jones, Jonathan Edwards oder Maurice Greene. Doch die internationale Leichtathletik ist in einem Umbruch – und dafür können die französischen Organisatoren nichts.

Dafür sind sie für andere Fehlleistungen verantwortlich. Wenn man hinter die Kulissen schaut bei dieser neunten Leichtathletik-WM, krankt es an manchen Stellen gewaltig. Die Franzosen haben sich offenbar zu sehr darauf ausgeruht, ein hervorragendes Stadion zu haben. Die Qualität der Unterkünfte der Athleten, die auf dem Universitätsgelände am anderen Ende der Stadt untergebracht sind, ist bescheiden. Die Umwege, die die Busse teilweise machen, um akkreditierte Personen zum Stadion zu transportieren, sind nur schwer nachzuvollziehen. Die Arbeitsbedingungen für Journalisten sind schlecht. Manchen wurde mitgeteilt, dass für sie im Stadion kein Arbeitsplatz vorhanden ist. Statt dessen wurden Plätze auf einem Stück reservierter Tribüne zugeteilt.

Eigentlich hieß es immer, dass auch Paris die Olympischen Spiele 2012 will. Bei der Leichtathletik-WM merkt man das kaum. Und so gibt es vielleicht doch noch einen deutschen Gewinner bei dieser Weltmeisterschaft: Leipzig. Wenn es so weitergeht, hat der deutsche Olympiakandidat einen Gegner weniger.

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