Sport : Lernen für die Zwischenrunde

EM: Basketballer trotz Niederlage optimistisch

Benedikt Voigt

Palma de Mallorca - Man kann für Ademola Okulaja nur hoffen, dass er am späten Mittwochabend nicht mehr den Fernseher angeschaltet hat. Sonst hätte der deutsche Basketball-Nationalspieler am Beispiel des Kroaten Marko Tomas gegen Spanien gesehen, wie man ein Spiel bei der Europameisterschaft per Dreier entscheiden kann. Okulaja war Stunden zuvor vor der gleichen Situation gewesen: zehn Sekunden zu spielen, zwei Punkte Rückstand. Doch er ignorierte eine Anweisung des Bundestrainers, übersah zwei hinter der Dreipunktelinie freistehende Teamkollegen und fabrizierte ein Offensivfoul. Robert Garrett sagte höflich: „Das war nicht die glücklichste Entscheidung.“

Doch die Vorwürfe hielten sich in Grenzen nach der 80:84-Niederlage gegen die starken Litauer. „Sicher wären wir gerne mit zwei Siegen in die Zwischenrunde gegangen“, sagte Bundestrainer Dirk Bauermann. „Es ist schade, aber so etwas passiert.“ Sein Team nimmt nun aus der Vorrunde den Erfolg über die Türkei (79:49) mit in die Zwischenrunde, wo Spiele gegen Frankreich, Slowenien und Italien anstehen. Die ersten vier der Sechsergruppe kommen ins Viertelfinale.

Trotz der ersten Niederlage fällt die Bilanz nach der Vorrunde positiv aus. „Es hat sich bestätigt, dass wir jeden in Europa schlagen können, wenn wir über 40 Minuten intelligent spielen“, sagte Bauermann. „Das haben wir gegen Litauen vier Minuten lang nicht geschafft.“ In dieser Zeit geriet das deutsche Team in der ersten Halbzeit deutlich in Rückstand, kurzzeitig betrug er sogar 21 Punkte. Doch sein Team fand noch einmal zurück. „Wenn wir jedes Spiel so kämpfen wie in der zweiten Halbzeit und die freien Schüsse treffen, dann ist alles möglich“, sagte Dirk Nowitzki, der mit durchschnittlich 29 Punkten die EM-Scorerliste anführt.

Tatsächlich zählt das Team zu einem Favoritenpool aus rund zehn Mannschaften, die eine Medaille gewinnen können. Zumal es aus Okulajas Aktion etwas gelernt haben dürfte. „Wir haben uns acht Sekunden lang falsch entschieden“, sagte Robert Garrett, „in der Zwischenrunde passiert uns das nicht mehr.“ Benedikt Voigt

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