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Leroy Sané bei Manchester City : Trainer Pep Guardiola verbietet Pizza

Leroy Sané wechselt von Schalke zu Manchester City. Der Nationalspieler kann sich auf eine verrückte Welt einstellen und sollte aufpassen, dass er nicht ein zweiter Mario Götze wird.

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Abflug aus Gelsenkirchen. Nun geht es in die Arbeiterstadt Manchester vor Leroy Sané.
Abflug aus Gelsenkirchen. Nun geht es in die Arbeiterstadt Manchester vor Leroy Sané.Foto: AFP/Stollarz

Nicht einmal 24 Stunden war Leroy Sané in Manchester, ehe er im Herzen der Prominenten-Szene auftauchte. Kurz nach dem Medizincheck bei Manchester City war der Ex-Schalker zum Abendessen mit Sergio Aguero verabredet. Sané und sein neuer Mitspieler gingen zusammen ins San Carlo, ein Stammlokal der Premier-League-Elite.

Das Restaurant mag Italienisches servieren, aber Pizza hat Sané bestimmt nicht bestellt. Denn Pizza hat sein neuer Trainer Pep Guardiola verboten.

Es spricht Bände über die verrückte Welt des englischen Fußballs, dass letztlich viel eifriger über dieses Pizza-Verbot gesprochen wurde als über die Verpflichtung eines Sané, der als eines der größten Talente Europas gilt. Aber was soll's? An diese verrückte Welt muss sich der 20-jährige Deutsche schnellstmöglich gewöhnen.

Es ist eine Welt, in der die Zeitungen von einem “finanziell bescheidenen” Sommer schreiben, weil Pep Guardiola noch keine 100 Millionen Pfund ausgegeben hat. Erst wenn er seinen Wunschverteidiger John Stones verpflichtet, dann wird Guardiola die Neun-Ziffer-Marke erreichen, und damit die Erwartungen erfüllen.

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Sané-Wechsel zu Manchester City perfekt
Sané-Wechsel zu Manchester City perfekt

In dieser Welt ist die Verpflichtung von Leroy Sané zwar eine gute Nachricht für City-Fans, aber keine besondere. Auch wenn der Ex-Schalker heftige 44 Millionen Euro gekostet hat. Schon jetzt, da die Tinte auf Sanés Vertrag noch nicht trocken ist, ziehen die Zyniker Vergleiche mit Raheem Sterling. Er ist vor einem Jahr auch als teurer, junger Außenspieler zu City gekommen, um dann eine enttäuschende erste Saison abzuliefern.

Dass Sanés erstes Jahr im Osten Manchesters ebenso schwierig verlaufen könnte, ist allen klar. Pep Guardiola sprach am Dienstag vorsichtig von einem “bewundernswerten jungen Techniker, der sich noch entwickelt”. Sané war genauso bescheiden: “Ich bin wegen Pep Guardiola gekommen,” sagte er. “Er kann mir in meiner Entwicklung weiterhelfen, aber ich glaube, dass ich am Anfang ein bisschen Zeit brauchen werde, um mich an die neue Liga zu gewöhnen.”

Einen Dreierpack gegen Manchester United im September erwartet auch in dieser Wahnsinnswelt keiner von dem Neuen. Sané hat Zeit. Trotzdem gibt es in England sowie in Deutschland Angst, dass der Nationalspieler zum neuen Mario Götze werden könnte. Lobeshymnen von Pep Guardiola sind schließlich mit Vorsicht zu genießen.

Denn zu viel Zeit kann sich Sané nicht nehmen. Neben Sterling, Kevin de Bruyne und David Silva muss Sané auch mit Neuzugängen wie dem Ukrainer Oleksandr Zinchenko und dem Spanier Nolito um seinen Platz konkurrieren. Ein Mangel an Offensivspielern, die sowohl außen als auch hinter dem Stürmer einsetzbar sind, hat Guardiola nicht. Wenn sich Sané in so einer Umgebung durchsetzen will, muss er spätestens vor Weihnachten einen guten Eindruck machen.

Zur Zeit ist aber alles offen. Guardiola ist auf einer Welle guter Laune in Manchester angekommen. Bei seiner Vorstellung machte er den John F. Kennedy, indem er seine Spieler aufforderte, nicht zu fragen was der Klub für sie machen könne, sondern andersherum. Anschließend verabredete er sich auf ein Bier mit Oasis-Star Noel Gallagher.

Einen Monat später wirkt er schon wie der arme Tourist, der erst jetzt merkt, wie schlecht das britische Bier wirklich ist. In der Vorsaison ist wenig rund gelaufen. Ein Spiel in China gegen United wurde wegen eines unfähigen Spielfelds abgesagt. Der Kapitän Vincent Kompany ist noch langfristig verletzt. De Bruyne und Bacary Sagna trainieren erst seit Kurzem wieder. “Man hat keine Zeit zum Ausruhen,” beschwerte sich Guardiola während Citys Reise nach China. “Wir werden unsere Spieler töten.”

Deswegen auch das Pizza-Verbot, das dazu beitragen sollte, dass Guardiolas Spieler zum Saisonauftakt so fit wie möglich sind. In der verrückten neuen Welt von Leroy Sané, ist das wenigstens eine Sache, die Sinn macht.


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