Leserdebatte : Hat Hertha noch eine Chance?

Nach der 1:2-Pleite gegen Düsseldorf steht Hertha BSC in der Relegation mit dem Rücken zur Wand. Lesen Sie hier den Spielbericht und diskutieren Sie mit: Wie viel Hoffnung gibt es noch für die Hertha?

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Fassungslosigkeit bei den Fans nach dem Hinspiel: Hertha verliert im Olympiastadion 1:2 gegen die Fortuna.
Fassungslosigkeit bei den Fans nach dem Hinspiel: Hertha verliert im Olympiastadion 1:2 gegen die Fortuna.Foto: dpa

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Und dann ist es Otto Rehhagel doch zu heiß geworden, an diesem schwülwarmen Abend im Olympiastadion. Der 73 Jahre alte Trainer von Hertha BSC warf seine blaue Trainingsjacke ab, und nutzte redlich seine neue Bewegungsfreiheit. Wild mit Armen und Beinen gestikulierend, wie man ihn selten in seiner kurzen Berliner Zeit erlebt hat, verfolgte er das Geschehen an der Seitenlinie. Dabei lief es ab Mitte der ersten Halbzeit ganz gut für seine Mannschaft. Durch ein Tor von Roman Hubnik war sie in Führung gegangen. Aber vermutlich ahnte er, dass es so einfach nicht flutschen würde. Wie Recht er doch damit hatte. In der zweiten Halbzeit drehte Fortuna Düsseldorf das Spiel und siegte schließlich 2:1 (0:1) in Berlin vor knapp 70 000 Zuschauern. 

“Mit dem 1:0 sind wir planmäßig gestartet. Doch in der zweiten Halbzeit lief es wie in den vergangenen Spielen. Wir haben uns wieder die Bälle selber reingehauen. Jetzt sind die Jungs natürlich sehr enttäuscht und am Boden. Wir werden jetzt Gespräche führen, um die Jungs wieder aufzurichten", sagte der Hertha-Coach nach dem Spiel.

Das Hinspiel Hertha gegen Düsseldorf in Bildern:

Hertha in der Relegation gegen Düsseldorf
Unfassbare Szenen. Herthas Spieler bestürmen Schiedsrichter Wolfgang Stark, doch der setzt das Spiel nach minutenlanger Unterbrechung fort.Weitere Bilder anzeigen
1 von 31Foto: Streubel
15.05.2012 23:50Unfassbare Szenen. Herthas Spieler bestürmen Schiedsrichter Wolfgang Stark, doch der setzt das Spiel nach minutenlanger...

Die Berliner gehen also mit einem erheblichen Nachteil in das Rückspiel am kommenden Dienstag in Düsseldorf, wenn Teil zwei der Relegation aufgeführt wird. Fortuna, der heimstarke Dritte der Zweiten Liga, wird nicht mehr alles riskieren müssen, um den vakanten Platz in der Bundesliga zu ergattern. Anders Hertha, der Drittletzte der höheren Klasse. Nach einer guten ersten Halbzeit gerieten die Berliner völlig unnötig ins Hintertreffen und müssen nun um Alles oder Nichts spielen.

Otto Rehhagel hatte sich für das erste Entscheidungsspiel für jene Formation entschieden, die am letzten Spieltag der regulären Bundesligaspielzeit die TSG Hoffenheim daheim mit 3:1 bezwungen und damit überhaupt den direkten Abstieg verhindert hatte. Lediglich Adrian Ramos war für den verletzungsbedingt verhinderten Pierre-Michel Lasogga in die Startelf gerückt. Und diese Mannschaft zeigte zunächst auch, dass das Vertrauen, welches Rehhagel in sie setzte, berechtigt war. Zwar brauchten die Berliner eine Viertelstunde, um eine gewisse Nervosität abzuschütteln, aber dann hatten sie Zugriff auf Gegner, Ball und damit das Spiel bekommen. 

Es ist gar nicht so lange her, dass Hertha in der Zweiten Liga spielte. Eine Saison lang sind Kai-Uwe Heinrich und André Görke mit ihrem Lieblingsklub kreuz und quer über die Dörfer gereist. Was sie dabei erlebt haben - die große Fotoreportage:

Wie Fans die Zweite Liga erlebten
Das erste Heimspiel gegen Oberhausen. Hatten gedacht, wir sind allein in der Zweiten Liga. Es kamen 48.000 gegen Oberhausen. Abstieg? Wurst! Ergebnis: 3:2.Weitere Bilder anzeigen
1 von 76Foto: André Görke
05.08.2011 19:06Das erste Heimspiel gegen Oberhausen. Hatten gedacht, wir sind allein in der Zweiten Liga. Es kamen 48.000 gegen Oberhausen....

Dabei hatten die Gäste, die von Rehhagels einstigen Bremer Spieler Norbert Meier trainiert werden, die erste große Torchance. Nachdem der Berliner Innenverteidiger Hubnik einmal nicht ganz aufmerksam war, kam der Düsseldorfer Kapitän Andreas Lambertz frei vor Thomas Kraft zum Abschluss. Herthas Torwart aber verhinderte hier den Rückstand. 

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