Leverkusen - M'gladbach 3:2 : Comeback an die Spitze

Leverkusen bezwingt Mönchengladbach nach rasantem Spiel 3:2 und beendet damit die Hinrunde auf Platz eins.

Christiane Mitatseliserkusen

Jupp Heynckes war am Samstagnachmittag der vermutlich glücklichste Fußball-Trainer der Welt. „Die Mannschaft hat ihren Charakter gezeigt, das war richtungsweisend“, sagte der Coach von Bayer 04 Leverkusen lächelnd. Und: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir oben bleiben können.“ Ein aufregendes Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach hatten seine jungen Profis zuvor in der Arena dank großen Einsatzes mit 3:2 (1:1) für sich entschieden. Bundesliga-Herbstmeister 2009 darf sich Leverkusen nun nennen. Schon einmal, in der Saison 2001/2002, ging dieser inoffizielle Titel an die Leverkusener. Diesmal ist er versehen mit dem Attribut „ungeschlagen“; neun Spiele hat Bayer 04 gewonnen und acht Mal Remis gespielt. Selten in dieser Hinrunde mussten Heynckes’ spielstarke Profis allerdings so hart ackern wie in der Partie gegen Gladbach. „Dieser Sieg ist viel wertvoller als ein 4:0 gegen Stuttgart“, befand Heynckes.

Der Klub vom Niederrhein, bei dem der Bayer-Coach in den 70er Jahren große Zeiten erlebt hat, war tatsächlich einer der härtesten Gegner, der sich in der Bayarena präsentierte. „Wirklich stark“, hätten die Borussen gespielt, sagte Heynckes und tröstete seinen etwas deprimierten Gladbacher Kollegen Michael Frontzeck: Die Borussia sei „auf einem sehr guten Weg“. Allerdings brauchten die Borussen bei minus 13 Grad eine längere Aufwärmphase als die stark startenden Gastgeber

Leverkusens Abwehrchef Sami Hyypiä eroberte nach einer Ecke den Ball, legte auf Toni Kroos ab, der Keeper Logan Bailly aus etwa 18 Metern überwand. Die Bayer-Profis hatten das Spiel auch nach der Führung im Griff, taten allerdings nur noch das Nötigste. Und so brachten sie Gladbach ins Spiel. Jaurès Raúl Bobadilla Schuss von Strafraumgrenze klärte der vorher unterbeschäftigte und erstaunlicherweise nicht eingefrorene René Adler mit einer gelenken Parade. Nach der anschließenden Ecke verlor aber Manuel Friedrich ein Kopfballduell gegen Rob Friend. Adler wehrte ab, den Abpraller verwandelte Innenverteidiger Roel Brouwers, der in dieser Woche seinen Vertrag mit der Borussia verlängert hatte, zum 1:1.

Leverkusen verharrte nach dem Ausgleich in einer Schockstarre, die sich bis in die zweite Halbzeit zog und Mönchengladbach das 2:1 bescherte. Stefan Kießling griff den Brasilianer Dante im Strafraum nicht an – und so konnte der Verteidiger aus kurzer Distanz zum 2:1 treffen. Heynckes hat in dieser Saison oft betont, sein Team habe es unter seiner Regie gelernt, nach Rückständen zurückzukommen. Seine Profis bewiesen das erneut eindrucksvoll: Sie kämpften sich mit aller Kraft zurück und setzten gleichzeitig spielerische Glanzlichter. Eren Derdiyok glich nach Zuspiel von Arturo Vidal aus. Neun Minuten später wurde Kroos wunderschön von Kießling angespielt, der Leverkusen mit einem Flachschuss wieder in Führung brachte. Die Partie war damit für Leverkusen aber noch nicht gewonnen. Bis zum Ende blieb es aufregend und ausgeglichen.

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