Leverkusen - Mönchengladbach 4:2 : Ein kunterbunter Nachmittag

Gladbach ist zwischenzeitlich auf bestem Wege zu einem seltenen Auswärts-Erfolg, doch mit zwei Fernschuss-Toren schlägt Leverkusen zurück und behält so die makellose Punktebilanz.

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Der nächste Sieg: Doppeltorschütze Sidney Sam beim Jubel. Foto: Reuters
Der nächste Sieg: Doppeltorschütze Sidney Sam beim Jubel.Foto: Reuters

Leverkusen - Als Lucien Favre nach dem 2:4 (0:2) seiner Mannschaft in Leverkusen zum dritten Mal zu der Szene befragt wurde, die Bayers 1:0 vorausging, war die Zeit reif für eine kleine Demonstration. Borussias Chefcoach erhob sich, trat einen Meter hinter seinen Stuhl, legte beide Hände auf den Rücken und forderte seine Zuhörer auf: „Versuchen Sie mal, so zu laufen.“ Es war ein Plädoyer für Juan Arango, der den Strafstoß gegen sein Team nach gut 20 Minuten verursacht hatte. Weil sein Arm bei einem Kopfball von Bayer-Innenverteidiger Ömer Toprak nicht am Rücken lag, sondern nach oben gereckt war. Zwar mit dem Rücken zu Toprak, so dass er den Ball gar nicht sehen konnte. Doch Referee Felix Brych entschied auf Elfmeter, Stefan Kießling verwandelte sicher. Und Favre war erbost. Sehr erbost sogar. Die Bundesliga sei fantastisch, aber: „Diese Elfmeterregel ist katastrophal.“ Einen Lösungsvorschlag für das keineswegs neue Problem hat Favre zwar auch nicht parat. Klar war nur der dringende Wunsch des Schweizers: „Die Regel muss fair sein.“

Dennoch war Favre selbst so fair festzustellen, dass sie „wahrscheinlich nicht wegen dem Schiri verloren“ haben. Sondern wegen eines starken Gegners, der nun saisonübergreifend acht Spiele in Folge gewonnen hat und nach Kießlings Führungstor richtig in Fahrt kam: Kapitän Lars Bender schickte Kießling mit einem Steilpass Richtung Gladbacher Tor, Bayers Torjäger legte den Ball quer auf Sidney Sam, und schon stand es nach einer knappen halben Stunde 2:0.

Bis zur Pause versäumten es die Gastgeber, ihren Vorsprung auszubauen und so kam Gladbach in der 54. Minute zum Anschlusstreffer. Max Kruse passte auf Patrick Herrmann, der wunderschön Martin Stranzl bediente, der aus zwölf Metern traf. Wie der Gegner vor der Pause entschied sich die Borussia nun für einen Doppelschlag, tatkräftig unterstützt von Bernd Leno: Leverkusens Keeper ließ eine Flanke von Kruse durch die Finger flutschen, sehr zur Freude des lauernden Venezolaners Arango, der Lenos Fauxpas umgehend bestrafte.

Die Gäste vom Niederrhein waren nun auf bestem Weg zu einem seltenen Erfolgserlebnis in der Fremde. Aber dann kam die Mannschaft von Sami Hyypiä zurück: Erst, aus 20 Metern und mit links, durch Sam nach einer Stunde, dann, aus 22 Metern und mit rechts, durch Gonzalo Castro gut zehn Minuten später. „Wir haben eine gute Mentalität“, sagte Sam. Und Kollege Kießling ergänzte sichtlich zufrieden: „Das ist eine schöne Momentaufnahme und eine super Serie, die wir da gestartet haben.“ Andreas Morbach

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