Lukas Podolski wechselt zu Galatasaray : Er will doch nur spielen

Lukas Podolski schließt sich dem Türkischen Meister Galatasaray Istanbul an, weil er wieder mehr Fußball spielen will - auch in der Nationalmannschaft. Letzteres aber sollte Podolski besser bleiben lassen, meint Claus Vetter in seinem Kommentar.

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Lukas Podolski im Trikot von Arsenal London. Der Nationalspieler steht vor einem Wechsel in die Türkei.
Lukas Podolski im Trikot von Arsenal London. Der Nationalspieler steht vor einem Wechsel in die Türkei.Foto: dpa

Es gab viele prägnante Momente in der internationalen Karriere des Lukas Podolski. Zum Beispiel seinen irren Auftritt beim Erfolg der Deutschen im WM-Achtelfinale 2006. Wie er um die Schweden herumgepoldert ist, sie müde gepowert hat und noch seine zwei Wahnsinnstore erzielt hat – das konnte so und damals keiner. Acht Jahre später dann durfte Podolski endlich auch den WM-Pokal in die Höhe stemmen. Durfte. Denn gespielt hat Podolski nicht im Finale gegen Argentinien, er hat so gut wie gar nicht gespielt in Brasilien und wurde von Bundestrainer Joachim Löw vom Stammspieler zum Gute-Laune-Onkel degradiert.

Nun will die Stimmungs- und Selfiegranate aber auch spielen, künftig bei Galatasaray Istanbul. Bei einer Mannschaft, die mit ihrem wildem Offensivfußball Podolskis Fertigkeiten entgegen kommen könnte. Vertrag bis 2018 – da will er sich jetzt noch einmal beweisen. In der Champions League mit dem türkischen Spitzenklub, der in Europa aber nur ein Klub hinter den Spitzenklubs ist.

In London, bei Arsenal, da wollte ihn der Arsene Wenger nur als Edelreservist. Und Bundestrainer Löw hat ja gesagt, dass der Poldi spielen müsse, um 2016 bei der EM noch eine Chance in der Nationalelf zu haben. Und Podolski glaubt dem Mann, der ihn vor einem Jahr zum Hofnarren gekürt hatte – mit nunmehr über 30 Jahren und einer Karriere hinter sich, deren Initialzündung nie so richtig stattgefunden hat.

Die Tiefs, das Scheitern bei den Bayern, bei Arsenal, in Mailand oder in der Nationalmannschaft überschatten vieles. Dabei hat der Mann 125 Länderspiele hinter sich. Das bleibt. Damit wird Podolski mal ein Großer. Später. Nach der Karriere. Soll er doch einfach nur spielen und sagen: Gut ist es, Herr Löw. Das wäre groß. Aber es wäre nicht Lukas Podolski.

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