Sport : Machtkampf zum Schluss Warum Hoffenheims Manager gehen muss

Warum Hoffenheims Manager gehen muss

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Sinsheim - Von einem Zerwürfnis wollen beide Seiten nichts wissen, dennoch bleiben nach dem überraschenden Rücktritt von Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser viele Fragen. Was sich nach dem 1:1 im letzten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart abspielte, trug Züge eines absurden Theaters. Der badische Fußball-Bundesligist präsentierte ein respektables Durcheinander, das auch die Pressekonferenz am Sonntag mit Mäzen Dietmar Hopp nicht beseitigen konnte. Nachdem Schindelmeiser am Samstag noch über Zu- und Abgänge referiert hatte, teilte der Klub am Tag danach mit, Schindelmeiser habe Gesellschafter Hopp schon vor „einigen Wochen“ von seinem Entschluss unterrichtet, trotz seines vier Jahre laufenden Vertrages zurückzutreten.

Hopp erklärte, er werde in Kürze einen neuen Manager präsentieren. Ungeklärt bleibt vorerst die Zukunft von Cheftrainer Ralf Rangnick. Der 51-Jährige hat noch einen Vertrag bis 2011. „Bis Donnerstag gibt es eine Entscheidung“, sagte Rangnick, der auch am Sonntag kein klares Bekenntnis zu Hoffenheim abgab. Die Machtfülle von Rangnick ist ins Wanken geraten, als Hopp im Januar 2009 Schindelmeiser zum Geschäftsführer und damit de facto zu Rangnicks Vorgesetzten machte. Intern soll es mehrfach zu Reibereien gekommen sein. Unter anderem machte der Trainer den Manager für das Scheitern des angestrebten Transfers von Lewis Holtby verantwortlich, der nach Schalke wechselte. Zudem wurden Schindelmeiser eine unglückliche Transferpolitik und der Ärger um Prince Tagoe angelastet. Beim ghanaischen Stürmer stellte man nach dessen Verpflichtung eine Herzerkrankung fest. Mittlerweile spielt Tagoe wieder für die TSG.

Schindelmeiser rieb sich auf im Spannungsfeld zwischen Hopp und dem Cheftrainer. „Es waren vier intensive Jahre“, teilte er zum Abschied mit. „Ohne Ralf Rangnick wäre ich nicht hier gewesen und hätte nicht die Chance erhalten, mich hier einzubringen.“ Jetzt zieht der ehemalige Oberligaspieler Konsequenzen. „Die atmosphärischen Störungen sind offenbar in den Kleidern hängen geblieben“, sagte Hopp, intern sei einiges verrutscht. Oliver Trust

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