Magaths Nachfolger : Noch ist es schön für Armin Veh

Der neue Trainer Armin Veh übernimmt beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg als Magath-Nachfolger ein schwieriges Amt.

Christian Otto[Wolfsburg]
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Armin Veh.

Vielleicht weil die Sache mit dem Konfetti, dem Autokorso und dem Meister-Bankett so schön war, war die Vorfreude auf die Zeit danach im Gesicht von Zvjezdan Misimovic irgendwie nicht zu erkennen. „Wir haben hier zwei Jahre etwas aufgebaut. Und der Weg war noch nicht abgeschlossen“, sagte der Spielmacher, der den VfL Wolfsburg zur Meisterschaft geführt hatte. Sein Arbeitgeber läutet heute, wenn Armin Veh am Mittellandkanal als Nachfolger von Trainer Felix Magath vorgestellt wird, eine neue Ära ein. Die starken Männer aus dem Volkswagen-Konzern und seiner sportlichen Tochter hatten einen großen Namen angekündigt. Ob damit Veh gemeint war oder ein Sportdirektor, der Veh noch an die Seite gestellt werden muss, bleibt vorerst offen.

Veh übernimmt beim Überraschungs-Meister eine Aufgabe, um die er nur bedingt zu beneiden ist. Denn eine Steigerung ist ihm nur möglich, wenn er mit dem VfL in der Champions League erfolgreicher ist als mit dem VfB Stuttgart, der ihn im November vergangenen Jahres entlassen hatte. Zumindest Torjäger Grafite möchte dabei unbedingt mithelfen. Der Brasilianer hat angekündigt, er wolle seinen bis 2011 gültigen Vertrag so schnell wie möglich verlängern. Sein Sturmpartner Edin Dzeko ist da deutlich zurückhaltender. „Erst wird gefeiert, dann sehen wir weiter“, sagte der 23-jährige Bosnier, der mehrere Angebote haben soll. Der FC Chelsea soll bereit sein, 20 Millionen für ihn zu bezahlen.

Doch die VW-Führung bleibt gelassen. „Wenn wir bei Volkswagen etwas machen, dann machen wir es langfristig. Wir wollen den VfL Wolfsburg oben halten“, sagte Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende des Konzerns. Der 62-Jährige kündigte im Hinblick auf die Champions League, die den Autobauern weitere große Auftritte garantiert, personelle Verstärkungen mit Augenmaß an. Geld ist auf jeden Fall vorhanden. Der VfL Wolfsburg hat durch den Titelgewinn und die Champions League rund 25 Millionen Euro gesicherte Einnahmen.

Auch VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach sagte: „Wir haben zwei absolute Weltklasse-Stürmer, aber wir brauchen einen dritten Stürmer. Wir brauchen sicher ein paar Spieler, die uns qualitativ weiterbringen.“ Marbach ist derzeit der starke Mann beim VfL, er hat die Aufgaben als Sportdirektor von Magath übernommen, der seine zweijährige Tätigkeit in Wolfsburg grandios beendete.

Misimovic beantwortete derweil die Frage, ob er denn bleibe, fast philosophisch. „Der Fußball“, sagte der Denker und Lenker des VfL, „ist ein sehr schnelllebiges Geschäft.“ Christian Otto

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