Mainz 05 : Ein Österreicher für das Vakuum

Die schlechten Nachrichten aufgrund von Verletzungen und Unwägbarkeiten im Transfergeschäft hatten sich zuletzt gehäuft, und so war es keine Überraschung, dass Bundesliga-Aufsteiger Mainz 05 kurzfristig einen weiteren Fußballprofi verpflichtet hat. Überraschend ist schon eher die Prominenz des neuen Mannes.

Uwe Martin[Mainz]
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Aussichtsreicher Import. Der Österreicher Ivanschitz spielte zuletzt in Athen. Foto: dpa

Andreas Ivanschitz, Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft, soll bei dem Klub aus Mainz einen Vertrag bis zum Jahr 2012 unterschrieben haben. Die medizinische Untersuchung hat der 49-malige Nationalspieler bereits ebenso hinter sich gebracht wie die erste Trainingseinheit mit seinen neuen Kollegen, die sich derzeit im Trainingslager in Flachau in Österreich auf die neue Saison vorbereiten. „Ich wollte den Wechsel in eine bessere Liga, um mehr gefordert zu werden“, sagt Ivanschitz. Nun möchte er sich Woche für Woche „mit den Besten“ messen. Seit 2006 war er bei Panathinaikos Athen unter Vertrag, und weil das dortige Arbeitsverhältnis bis 2012 datiert war, dürfte für Ivanschitz ein Ablösebetrag von etwa 1,5 Millionen Euro fällig werden. Mainz 05 hat also reagiert, eine andere Möglichkeit hatten Cheftrainer Jörn Andersen und Manager Christian Heidel auch nicht. Denn nach dem Abschied von Markus Feulner zu Borussia Dortmund zum Saisonende und den Operationen bei den Zugängen Filip Trojan (Meniskusverletzung) sowie Eugen Polanski (offene Wunde am Fuß) hatte sich im Mittelfeld bis etwa Mitte Oktober ein nicht unbeträchtliches personelles Vakuum aufgetan. Zuletzt hatte sich noch der Transfer von David Hoilett (Blackburn Rovers) an den Mainzer Bruchweg zerschlagen.

Nun soll Ivanschitz helfen, der einst mit knapp 20 Jahren der jüngste Kapitän der österreichischen Nachkriegshistorie gewesen ist, zuletzt von Nationaltrainer Dietmar Constantini jedoch nicht mehr berücksichtigt wurde. Und wenn Ivanschitz davon spricht, dass er über einen Stammplatz bei Mainz „eine Rückkehr ins Nationalteam“ anstrebt, scheint er keine schlechten Aussichten zu haben. Denn der 54-jährige Constantini hat die Mainzer 1997 und 1998 als Cheftrainer betreut. Wenngleich damals noch mit mäßigem Erfolg. Vielleicht kommt mit Ivanschitz ja auch das Glück zurück zum FSV Mainz 05. Nötig hätte es der Klub. Das jüngste Testspiel gegen den Drittligisten Wacker Burghausen ging nämlich 1:4 verloren, und zu allem Überfluss verletzte sich am Sonntagmorgen auch noch Stürmer Srdjan Baljak. Der Serbe zog sich während eines regenerativen Radelns beim Sturz vom Drahtesel einen Schlüsselbeinbruch zu und fällt vier Wochen aus.

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