Sport : Mainz kann es auch spielerisch

In Freiburg gelingt der erste Auswärtssieg

Chritoph Kieslich

Freiburg - Jürgen Klopp machte kein Geheimnis daraus, dass sein Verteidiger Marco Rose in Wahrheit ein Torjäger mit beachtlicher Quote ist. „Er hat pro Saison zwei, drei Torchancen, und die macht er dann auch.“ Beim FSV Mainz 05 klappt zur Zeit alles wie von selbst. Seit die Mannschaft bei ihrem Bundesliga-Debüt in Stuttgart noch etwas naiv in eine 2:4-Niederlage getappt war, ist sie ungeschlagen, sie hat hier und da Wettkampfglück in Anspruch genommen und nun in Freiburg die Chance auf den ersten Auswärtssieg genutzt. „Dass in der 92. Minute ein Verteidiger noch mitgeht, zeigt, dass die Mannschaft den Sieg wirklich wollte“, urteilte Trainer Klopp.

In Freiburg fügten sie ihrem leidenschaftlichen Laufspiel noch zwei Komponenten bei: Diszipliniert und konzentriert verrichteten die beiden eng vernetzten Viererketten ihre defensive Aufgabe gegen zunehmend ratlose Freiburger, die sich mit ihrem gleichfalls aufwändigen Kombinationsspiel festrannten. Und dazu steuerte Fabian Gerber die kreativen Momente bei. Beim 1:0 düpierte er Freiburgs Verteidiger Youssef Mohamad mit einer schlichten Finte. Den Siegtreffer legte der 24-Jährige für Marco Rose mit großer Übersicht auf.

Zwölf Punkte nach sieben Spieltagen steigern das Selbstbewusstsein der bis auf wenige Ausnahmen bundesliga-unerfahrenen Spielern enorm. Das ist ein Effekt, den Jürgen Klopp schon im Vorfeld der Saison beschworen hatte: „Die Jungs wissen noch gar nicht, was sie alles können.“

Im Badenova-Stadion hatten die Mainzer nach dem Ausgleich durch einen schönen Distanzschuss von Levan Tskitishwili zwar Glück, als Wilfried Sanou zehn Minuten vor dem Ende nur den Pfosten traf, doch dann „wollte die Mannschaft zu viel“, sagte der Freiburger Trainer Volker Finke. Statt einen Punkt zu sichern, lief sie in den finalen Mainzer Konter. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte Matchwinner Fabian Gerber, der vor zwei Jahren noch in Freiburg gespielt hatte, eher er aussortiert wurde.

„Wir haben angenommen, dass unsere Spielweise den Freiburger sicher nicht entgegen kommt“, sagte Manager Christian Heidel. Die Mainzer ließen tatsächlich sehr wenige torgefährliche Situationen zu, und das verblüffte Heidel am meisten. „Wir standen den Freiburgern spielerisch in nichts nach“.

Auf den Rängen schunkelten 2000 Anhänger zum ersten Auswärtssieg in der jungen Bundesligageschichte der Mainzer, und Vereinschef Harald Strutz merkte an: „Wir genießen jedes Erfolgserlebnis, denn wir wissen, wie schwer das noch wird.“

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