Mainz - Leverkusen 1:4 : Mainz findet keine Abkürzung

Der FSV Mainz 05 findet gegen starke Leverkusener kein Mittel und verliert verdient und deutlich mit 1:4. Neuzugang Robbie Kruse trifft doppelt.

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Whatever werks: Die Leverkusener Werkself führt in Mainz 3:0 zur Halbzeit. Robbie Kruse (r.) traf zweimal.
Whatever werks: Die Leverkusener Werkself führt in Mainz 3:0 zur Halbzeit. Robbie Kruse (r.) traf zweimal.Foto: dpa

Mainz - Sami Hyypiä ist Finne, und die Nordländer sind dafür bekannt, dass auf ihr Wort Verlass ist. Also hatte der Trainer des Bundesliga-Spitzenklubs Bayer Leverkusen vor der Reise nach Mainz ein Versprechen abgegeben: „Wir sind bereit, viel besser zu spielen als in Manchester.“ Gesagt, getan. Der 2:4-Niederlage am Dienstag beim Englischen Meister zu Beginn der Champions-League-Saison ließ Bayer einen spielend leichten 4:1(-3:0)-Erfolg beim FSV Mainz 05 folgen. „Das hat die Mannschaft sehr gut gemacht“, lobte Hyypiä seine Spieler. Mit 15 Punkten nach sechs Spielen hat Bayer den besten Saisonstart seiner Bundesliga-Geschichte erwischt. Mann des Tages war der erstmals von Beginn an eingesetzte Australier Robbie Kruse, der gleich zwei Treffer erzielte. Außerdem trafen für Bayer der ähnlich überzeugende Lars Bender zum 2:0 und Stefan Kießling nach der Pause zum 4:0. Für die Mainzer konnte Yunus Malli nur noch auf 1:4 verkürzen. Und während Leverkusen rundum überzeugte, fielen die überforderten Gastgeber nach der dritten Niederlage hintereinander vorerst ins graue Mittelmaß zurück.

Um auf den qualitativen Unterschied zwischen beiden Mannschaften hinzuweisen, hatte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel vor der Begegnung ein Bild aus dem Automobilrennsport bemüht. „Damit wir gewinnen“, sagte er, „muss denen schon der Sprit ausgehen oder ein Reifen abfallen. Wir suchen deshalb nach einer Abkürzung.“ Die aber fanden die Mainzer nicht. Die Leverkusener bestimmten das Tempo und den Spielverlauf dank ihrer höheren individuellen Klasse und einer durchgehend konzentrierten Leistung. Enttäuscht stellte Tuchel nach dem Abpfiff fest: „Wenn Leidenschaft und Konsequenz in dem Maße wie heute fehlen, kann man nicht erwarten, dass die Anzeigentafel etwas Gutes verheißt.“

Bayer nutzte schon die erste größere Unachtsamkeit der Mainzer zum Führungstreffer. Robbie Kruse, zu Saisonbeginn vom Absteiger Fortuna Düsseldorf gekommen, schloss einen Konter cool mit einem Flachschuss per Außenrist zum 1:0 ab. Als Bender dann auch noch Glück hatte, dass Noveski, ein Eigentorspezialist, seinen Schuss unhaltbar für Torwart Heinz Müller zum 2:0 abfälschte, war das Spiel schon vor der Pause zugunsten der deutlich besseren Leverkusener entschieden. Zumal Kruse noch einmal so frei war, in der 45. Minute seinen zweiten Treffer zum 3:0 nach Vorlage des guten Simon Rolfes zu erzielen. Bei den uninspirierten Mainzern dagegen machte sich das verletzungsbedingte Fehlen von Niki Zimling und Julian Baumgartlinger, dem besten offensiven und stärksten defensiven Mittelfeldspieler, deutlich bemerkbar.

Die Leverkusener blieben auch nach der Pause im Hoch, so dass Kießling nach einer guten Stunde mit seinem fünften Saisontor locker auf 4:0 erhöhte. Als Bayer 04 das Spiel austrudeln ließ, verdienten sich die Mainzer wenigstens noch den Trostpreis durch Mallis Treffer zum 1:4. Roland Zorn

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