Sport : Man ist so jung, wie man sich fühlt

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Es gibt nur einen Jürgen Klopp. Man könnte sagen, dass der Trainer von Borussia Dortmund die Preise verdirbt, weil jeder Bundesligaklub, der gerade einen Trainer sucht, seinen eigenen Berufsjugendlichen an der Seitenlinie haben will. In dessen Windschatten gibt es noch den Mainzer Thomas Tuchel und Robin Dutt vom SC Freiburg, die allenthalben gehandelt werden.

Sie lassen ihre Mannschaften modernen Offensivfußball spielen. Mit Erfolg. Das macht sie begehrt, eine entscheidende Rolle spielt dabei ihre große soziale Kompetenz. Frank Wormuth, der Chef der Trainerausbildung beim Deutschen Fußball-Bund, sagte der „Stuttgarter Zeitung“, dass sich der Trainer vom Alphatier zum Teamplayer entwickelt habe. Die autoritären Methoden eines Louis van Gaal oder Felix Magath seien nicht mehr zeitgemäß, weil die jungen Spieler mit einer bewussten eigenen Meinung groß geworden seien und mit Argumenten überzeugt werden müssten.

Nicht einmal die Rede ist derzeit von den üblichen Nothelfern wie Peter Neururer, die ein Team kurzfristig aufputschen können. Stattdessen setzen die Klubs für den Übergang auf Erfahrung – der 72-jährige Otto Rehhagel war bei seinen Spielern meistens sehr beliebt. In München könnte dieser Übergang sogar etwas länger dauern, es ist nicht auszuschließen, dass die Bayern dem 65 Jahre alten Jupp Heynckes zutrauen, etwas Neues aufzubauen.

Leverkusen möchte Heynckes, der mit seiner gewachsenen Gelassenheit einen guten Draht zu den jungen Profis aufgebaut hat, gerne behalten. Die Spieler der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften schwärmten vom bald 60-jährigen Horst Hrubesch, weil er sich für sie interessiert und ihre Sprache spricht: Er gewann mit ihnen Europameistertitel. Die wichtiger gewordenen sozialen Qualitäten sind nicht nur jungen Trainern vorbehalten.

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