Sport : Manchmal macht Marc Arnold richtig Theater

KARSTEN DONECK

Herthas Mittelfeldspieler hat in Bremen überzeugt und ist auch gegen 1860 München dabeiVON KARSTEN DONECK BERLIN.Für Marc Arnold begann die Saison ziemlich trostlos.Ein Stammplatz stand ihm von vornherein nicht zu, und seine Kurzeinsätze - insgesamt über 41 Minuten in fünf von zwölf Spielen - trugen manchmal eher kuriose Züge.So wurde der flinke Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC im Münchner Olympiastadion gegen den FC Bayern beim Stande von 0:3 noch in der 90.Minute, also unmittelbar vor Schluß, aufs Feld geschickt.Noch schlimmer traf es Arnold vier Wochen zuvor im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.Trainer Jürgen Röber wechselte ihn in der 66.Minute für Kjetil Rekdal ein, bereits sieben Minuten später mußte er seinen Platz zugunsten von Michael Preetz wieder räumen.Ein Tausch aus taktischen Gründen, hieß es hinterher.Feine Taktik: Hertha führte, als Arnold ging, mit 2:0, am Ende hieß es 2:2.Aber der Ex-Dortmunder, die Bescheidenheit in Person, hätte sich wohl eher auf die Zunge gebissen, als offen gegen sein Schattendasein zu rebellieren. Am vorigen Wochenende gegen Werder Bremen schlug nun Marc Arnolds Stunde.Weil Bryan Roy wegen eines Innenband-Teilabrisses im linken Knie pausieren muß, durfte Arnold endlich mal von Beginn an spielen.Der 27jährige nutzte seine Chance, gehörte kraft seiner Übersicht und Schnelligkeit zu den Besten auf dem Platz, trug also maßgeblich dazu bei, daß Hertha als 2:0-Sieger das Weserstadion verließ.Jürgen Röber freilich stimmt in die allgemeinen Lobeshymnen eher halbherzig ein."Arnold hat absolut keinen Grund abzuheben", sagt er.Und: "Seine Chance genutzt hat er erst dann, wenn er mal mehrere gute Spiele hintereinander gemacht hat." Die Gelegenheit dazu wird ihm gegeben.Auch morgen (15.30 Uhr, Olympiastadion) gegen 1860 München gehört Arnold wieder zur Anfangsformation. Daß seine Einsätze befristet sein könnten, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich Roy gesund zurückmeldet, das kümmert Marc Arnold derzeit wenig."Was soll ich mir darüber jetzt den Kopf zerbrechen?" fragt er vielmehr.Den Gedanken wird er indes nicht mehr lange verscheuchen können.Der Heilungspozeß bei Roy macht Fortschritte.Vielleicht kann der Holländer sogar schon in der nächsten Woche wieder mit dem Lauftraining beginnen."Ich habe mich mit unserem Arzt Dr.Schleicher unterhalten.Die vorher kalkulierten drei bis maximal vier Wochen Rekonvaleszenz können wohl eingehalten werden", sagt Dieter Hoeneß, der Hertha-Manager. Im Moment ist Arnold deutlich im Vorteil.Er kann in den Übungsstunden durch Leistung überzeugen, während Roy sich derzeit nur in der "Good-will-Abteilung" des Klubs nützlich macht und gestern in einem neueröffneten Hertha-Fanshop in der Wilmersdorfer Straße Autogramme schrieb."Arnold ist fleißig im Training, macht auch mal richtig Theater", hat Röber erkannt, aber: "Er hat gute Trainingseinheiten, aber auch schlechte.Ich erwarte von ihm, daß er noch mehr Konstanz an den Tag legt." Arnold wird auch daran arbeiten.

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