• Manipulation im Handball – IHF lenkt ein Generalsekretär für neue Olympia-Qualifikation

Sport : Manipulation im Handball – IHF lenkt ein Generalsekretär für neue Olympia-Qualifikation

Erik Eggers

Hamburg - Im Korruptionsskandal, der seit Monaten den Welthandball in seinen Grundfesten erschüttert, hat erstmals die in Basel ansässige Internationale Handball-Föderation (IHF) eingeräumt, dass die asiatische Olympia-Qualifikation, die Anfang September in Toyota-Stadt ausgetragen wurde, manipuliert worden ist. Im NDR-Fernsehen versicherte der IHF-Generalsekretär Peter Mühlematter, er werde alles tun, um das Turnier unter regulären Bedingungen wiederholen zu lassen. „ Ich setze mich dafür ein, dass das geklärt wird“, versprach der Schweizer am Sonntagabend in der Sendung „Sportclub“, die Ausschnitte des Skandalspiels zwischen Kuwait und Südkorea (28:20) zeigte. Mühlematter gehört als Generalsekretär auch der IHF-Exekutive an, dem zweithöchsten Gremium des Weltverbandes. An den mitbetroffenen Studiogast Kyung-Shin Yoon (HSV Hamburg) gerichtet, sagte Mühlematter: „Ich möchte dir Mut machen, dass die Hoffnung für die Olympischen Spiele 2008 noch da ist.“

In der betreffenden Partie hatten, wie der Tagesspiegel berichtete, die beiden jordanischen Schiedsrichter Alshobali/Hirzallach den Favoriten Südkorea, der mit vier Profis aus der Schweiz und Deutschland angetreten war, mit zahlreichen Fehlentscheidungen krass benachteiligt – und so Kuwait das Ticket für Olympia 2008 zugeschanzt. „Wir sind nicht mal sicher, ob die Schiedsrichter IHF-Status hatten“, erklärte Mühlematter dem NDR. Nach Tagesspiegel-Informationen besaßen die Jordanier, die sich anschließend krankmeldeten, diesen nötigen Status nicht; deshalb verlief das Spiel irregulär. Yoon hatte schon vor Anpfiff ein mulmiges Gefühl: „Vor dem Spiel sind unsere Fingernägel kontrolliert worden. Ich dachte, die wollen uns einschüchtern.“

Mittlerweile gerät IHF-Chef Hassan Moustafa unter Druck. Das Video des Skandalspiels liegt dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne vor – und mehrere hochrangige IOC-Funktionäre haben sofortige Konsequenzen gefordert. Erik Eggers

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