• Marathonläuferin Uta Pippig: "Mut und Geschlossenheit werden uns stärker machen"

Marathonläuferin Uta Pippig : "Mut und Geschlossenheit werden uns stärker machen"

Ex-Marathonläuferin Uta Pippig hat zwischen 1994 und 1996 dreimal den Boston-Marathon gewonnen. In einem persönlichen Beitrag für den "Boston Globe" schrieb die heute 47-Jährige ihre Gedanken zu den schrecklichen Ereignissen nieder. Ein Auszug.

Uta Pippig beim Boston-Marathon 1997, den sie auf Platz vier beendete.
Uta Pippig beim Boston-Marathon 1997, den sie auf Platz vier beendete.Foto: dpa

"Running the Marathon of Freedom" - unter dieser Überschrift fasst Uta Pippig ihre Gedanken zu den Ereignissen vom Boston-Marathon in der Bostoner Tageszeitung "Boston Globe" zusammen. Pippig hat als bisher letzte Deutsche 1996 das traditionsreiche Rennen gewonnen - insgesamt gelang ihr das sogar dreimal. In ihrem Beitrag, der hier auf deutsch erschienen ist, schreibt sie u. a.: "Dieser menschenverachtende Angriff gegen friedliebende und wohltätige Menschen – Athleten, Freunde und Zuschauer – passierte während einer Marathon-Veranstaltung, die ein Symbol für Freundschaft und Kameradschaftsgeist ist und die aufgrund ihres ganz eigenen Charakters schon unzählige inspirierende Geschichten über Durchhaltevermögen und Mut geschrieben hat."

Und weiter: "Ein brutaler Terrorakt nahm uns unsere Freiheit, an diesem Nachmittag unbeschwert und unbeschadet zu laufen. Doch nur für einen kurzen Augenblick, denn mit vereinten Kräften eilten wir unseren Mitbürgern zur Hilfe, trotzten der Gefahr und verteidigten dabei unsere so hart erkämpften Freiheitsgrundsätze."

Die heute 47-Jährige wuchs in der DDR auf, Anfang der Neunziger Jahre feierte sie ihre größten Erfolge, gewann zum Bespiel auch mehrmals beim Berlin-Marathon. 1996 nahm sie an den Olympischen Spielen in Atlanta teil. Wegen des Verdachts auf Doping war Pippig zwei Jahre suspendiert, sie ging in der Zeit juristisch dagegen vor, das Verfahren wurde ohne Klärung beendet. Pippig, die auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, lebt seit mehr als 20 Jahren in den USA, wo sie einige gemeinnützige Projekte, unter anderem auch in Boston unterstützt.

Ihren aktuellen Beitrag zu den Bombenanschlägen von Boston schließt sie mit den Worten: "Mut und Geschlossenheit werden uns noch stärker machen, denn wir wissen, dass das Gute am Ende siegen wird. Dies haben uns die Menschen in Berlin gezeigt, als sie die Berliner Mauer niederrissen, fast ein viertel Jahrhundert vor dem Anschlag in Boston. Am Ende werden die friedlichen Marathonläufe gewinnen." (Tsp)