Sport : Marko Pantelic

Wie Herthas Stürmer gegen Bielefeld spielte

Ingo Schmidt-Tychsen

Den überraschendsten Moment mit Marko Pantelic an diesem Nachmittag erleben die Zuschauer bereits vor dem Anpfiff: Der Stürmer spielt. Nach herber Kritik von Manager Dieter Hoeneß und Trainer Falko Götz, einem Magen-Darm- Virus sowie einem Trainingsabbruch wegen einer Knöchelprellung – all das geschah binnen einer Woche – steht der Serbe tatsächlich wieder in der Startelf von Hertha BSC. Und er tritt so auf, wie immer – selbstbewusst, gestikulierend, forsch. Kurz nachdem die Mannschaft auf das Feld gelaufen ist, schnappt Pantelic sich Spielmacher Yildiray Bastürk, er nimmt seinen Kopf zwischen beide Hände und redet auf den Türken ein. Anschließend gibt er dem jungen Patrick Ebert noch ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg, dann geht es los.

Schon nach 67 Sekunden wird Pantelic erstmals angespielt. Im Zweikampf mit Markus Schuler, der sich im diesem Spiel meistens um Pantelic kümmert, verliert er jedoch den Ball. In der Folgezeit lässt Pantelic sich immer wieder ins Mittelfeld fallen, weil die Bälle ihn vorn nicht erreichen würden. In der 17. Minute hat Pantelic dann seine beste Szene: An der Strafraumkante wird er angespielt, eine schnell Drehung, ein platzierter Schuss – aber Bielefelds Torwart Hain wirft sich in die Ecke und hält. Zwei Minuten später geht Bielefeld in Führung, Marko Pantelic schüttelt den Kopf. Einen Moment später aber klatscht er schon wieder in die Hände: Weiter geht’s!

Der weitere Spielverlauf funktioniert nach dem immergleichen Muster. Hohe, weite Bälle auf Marko Pantelic oder seinen Sturmpartner Christian Gimenez. Zu Torgelegenheiten führt das nicht. In der 58. Minute wird Pantelic schließlich ausgewechselt. Er bekreuzigt sich zweimal an der Seitenauslinie und stolziert Richtung Bank. Trainer Falko Götz will ihn abklatschen. Marko Pantelic aber schaut ihn nicht an, einen Klapps von seinem Trainer auf den Rücken kann er nicht vermeiden.

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