Sport : Marktgeschrei und Zickerei

Frank Bachner

erklärt, warum beim Istaf immer wieder Stars absagen Hoffentlich schont sich Liu Xiang und legt die Füße auf den Tisch. Er muss ja schon 2008 wieder bei den Olympischen Spielen in Peking starten. Klar, dass er als Olympiasieger im Hürdensprint von Athen deshalb trotz erster Zusage nicht beim Istaf am Sonntag antreten will. Der chinesische Verband hat seine Fürsorgepflicht im Fall Xiang/Istaf zwar etwas spät entdeckt, aber man kann ja nicht immer an alles denken.

Eine Realsatire? Zumindest eine originellere Begründung hätten sich die Chinesen für ihr Startverbot ausdenken können. Aber dass Stars plötzlich von der Startliste verschwinden, ist gängige Praxis. Im vergangenen Jahr weigerte sich 100-m-Weltrekordler Tim Montgomery, beim Istaf anzutreten, die Zusage seines Managers interessierte ihn nicht. Die Gründe für solche Zickereien sind immer gleich: Formschwäche, Streit ums Geld, Angst vor Dopingtests, Verbandsinteressen. Die Veranstalter haben in der Regel Zusagen per E-Mail, aber keiner traut sich, Schadensersatz zu fordern. Damit verprellte man nur einen Star.

Wenn die Meeting-Veranstalter allerdings wie Marktschreier mit diesen Stars werben, vergessen die Sportchefs öffentlich gerne, wie unsicher der Start dieser Größen ist. Kein Hinweis auf mögliche Absagen, dafür wird plakativ mit großen Duellen geworben. Maurice Greene gegen Montgomery 2003, Xiang gegen Allen Johnson für das Istaf 2004.

Für jene Zuschauer, die diese Spielchen allmählich satt haben, gibt es eine sehr einfach Lösung: Istaf-Karten an der Tageskasse kaufen. Dann steht fest, wer startet.

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