Markus Rosenberg : Wer lange währt, wird gut

Beinahe ein Jahr ist er jetzt in Bremen, und die Gesamtbilanz liest sich nicht so schlecht. Der Schwede Markus Rosenberg spielt bei Werder Bremen immer besser.

Frank Hellmann
Rosenberg
Markus Rosenberg hat sich durchgesetzt. -Foto: ddp

PiräusWar ja klar, dass Werder Bremen auf die Hilfe von Otto Rehhagel baut. Der Nationaltrainer Griechenlands muss zu Werders entscheidendem Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus (heute, 20.45 Uhr) zwar keine Tipps erteilen, aber unterstützend tätig werden, damit die Bremer nach dem Spiel rechtzeitig in ihre Heimat zurückfliegen können. Der griechische Gewerkschaftsbund hat zu einem landesweiten Generalstreik ab Mittwoch null Uhr aufgerufen. Werders Sportchef Klaus Allofs bittet „um bevorzugte Behandlung“, schließlich spielt Werder am Samstag schon wieder gegen Bayer Leverkusen.

Mit dem 3:4 am Wochenende bei Hannover 96 hat sich Werder selbst unter Druck gesetzt. „Wir haben viele Fehler gemacht. Die müssen wir abstellen“, sagte Markus Rosenberg. Der Schwede hatte aber auch gut reden: Rosenberg war in Hannover Bremens Bester, schoss zwei Tore – und soll auch gegen Piräus stürmen. „Markus wird immer stärker“, sagt Allofs, der im vergangenen Winter fast drei Millionen Euro ausgegeben hat, um den Nationalspieler von der Frustration auf der Ersatzbank bei Ajax Amsterdam zu erlösen. „In Bremen habe ich Zeit gebraucht, mich an das neue Umfeld zu gewöhnen“, sagt Rosenberg selbstkritisch. Der Ausweg Bremen kam ihm vergangenen Winter gerade recht, weil seine Karriere bei Ajax in der Sackgasse steckte. Nach starkem Beginn als Linksaußen hatte Trainer Henk ten Cate plötzlich keine Verwendung mehr für ihn. Das sind die Entwicklungen, auf die Werders Sportliche Leitung nur wartet. Auf der Liste möglicher Nachfolger für Miroslav Klose stand Rosenberg zwar nicht ganz oben, im Blickfeld sei der Stürmer aber schon länger gewesen, sagt Allofs. Im Grunde aber weiß man noch nicht so genau, wie gut Rosenberg wirklich ist. Spielverständnis und Ballbehandlung sind passabel, Kopfballspiel und Schnelligkeit akzeptabel. Aber es gibt große Schwankungen im Auftreten, vor allem in der Champions League: Bei Lazio Rom tauchte Rosenberg unter, gegen Real Madrid gelangen ihm ein Tor und eine Vorlage zum Tor.

Beinahe ein Jahr ist er jetzt in Bremen, und die Gesamtbilanz liest sich nicht so schlecht. In der Rückrunde 2006/07 schoss er in 14 Spielen immerhin acht Tore, in dieser Saison in 21 Pflichtspielen sechs. Heute wird Rosenberg zusammen mit Boubacar Sanogo das Sturmduo bilden. Wenn es ein Manko gibt, ist es die Kommunikation in Werders multinationalem Sturm. Allzu oft zeigt Rosenberg verärgert an, er hätte den Ball gerne da und dort hingespielt, er beginnt dann zu gestikulieren oder abzuwinken. Aber im Grunde zeugt das nur vom großen Ehrgeiz eines Stürmers, dem in Jugendzeiten längst nicht alles zufiel. Rosenberg spielte zwar in der Jugend von Malmö FF mit Zlatan Ibrahimovic zusammen, der inzwischen als Star bei Inter Mailand gefeiert wird, schaffte es aber anfangs nicht, sich im Profiteam zu etablieren. Mittlerweile stürmen beide in der Nationalmannschaft Seite an Seite.

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